18. Juli, 2011 von nathalieskanadatagebuch
 Nathalie verabschiedete sich nur schweren Herzens von Kanada. Foto: Schreiber
Hallo, zum letzten Mal,
diesmal melde ich mich schon aus Deutschland.
Mein aufregendes Jahr in Kanada ist nun seit ein paar Tagen beendet. Und jetzt kann ich euch von den letzten schweren Tagen vor meiner Abreise erzählen, aber auch über die ersten Tage zurück in Dortmund gibt es viel zu berichten.
In Kelowna fing es schon mehrere Wochen vor meiner Reise nach Hause an, dass meine Gefühle verrückt spielten und ich meine Launen kaum noch kontrollieren konnte. Alles ging so schnell – Schule war fast zuende, das letzte Mal habe ich alle Kurse und Lehrer besucht bei denen ich ein ganzes Schuljahr lang eine super Zeit hatte. Kurse wie “Schauspielern” oder “Dance Fitness” kann ich in Deutschland ja nicht mehr nehmen.
Emotionale Zeit
Das Besuchen dieser Kurse wurde nach und nach immer schwieriger und emotionaler. Meine Freunde musste ich so langsam verabschieden, und auch meine Lehrer wollten mich nicht gehen lassen, das Verhältnis ist einfach so gut gewesen. In dieser Zeit habe ich oft einfach in den unerwartesten Moment geweint, obwohl ich versuchen wollte meine letzte Zeit mit allen so gut wie möglich zu genießen.
In der letzten Woche haben drei gute Freunde und ich geplant für das letzte Wochenende zusammen campen zu gehen in Sorrento, einem sehr schönen Ort am See. Leider war das Wetter nicht wirklich schön, aber jeden Abend konnten wir uns ans Lagerfeuer setzen und fast die ganze Nacht durchreden und die Zeit zusammen genießen. Wir hatten soviel Spaß, die Zeit hat uns einfach nochmal gezeigt, wie gute Freunde wir über dieses Jahr geworden sind.
Koffer packen, Papiere ordnen
Zurück in Kelowna musste ich jetzt schon anfangen meine Rückreise vorzubereiten – Koffer packen, alle Papiere zusammenfinden, den letzten Freunden Tschüß sagen und und und. Mit meiner Gastfamilie bin ich in den letzten Tagen einmal noch schön essen gegangen, worüber ich mich echt gefreut habe, denn endlich war die ganze Familie seit langer Zeit wieder zusammen, und ich konnte meine Gastschwestern, die ja schon studieren in anderen Städten das letzte Mal sehen.
BBQ am letzten Tag
Am letzten Tag hat meine Familie dann für mich ein BBQ veranstaltet, wo ich meine besten Freunde einladen durfte, um Abschied zu feiern. Der ganze Garten war mit kanadischen Flaggen dekoriert, und alles andere war auch nach dem Motto “Kanada” gestaltet. Sogar das Essen war sehr kanadisch, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Der Abend war echt schön, aber auch leider sehr traurig. Ich musste viele Freunde jetzt schon verabschieden und ich war den Tränen nahe. Auch bei meiner Familie konnte ich sehen, wie ernst und traurig die Stimmung geworden ist. Als Abschiedsgeschenk habe ich dann noch einen typisch kanadischen Stoffbär geschenkt bekommen und einen selbstgenähten “Onzie”, sozusagen ein Strampelanzug zum Schlafen, den die Kanadier auf vielen Versanstaltungen zum Spaß getragen haben. Von meinen Freunden habe ich auch Karten und Kleinigkeiten bekommen.
Zurück ins alte Leben
Immer wenn ich auf das Jahr zurückgeblickt habe und an die Zeit zurück in Deutschland denken musste, habe ich mir schon viele Sorgen gemacht. Man hat ein Jahr lang soviel erlebt und vieles dazu gelernt und dann muss man wieder zurück in sein altes Leben. Oft war ich mit dem Gedanken richtig überfordert und habe mit meinen Freunden, die das Gleiche durchmachen müssen geredet, und wir konnten uns gegenseitig unterstützen.
Sorgen, dass sich Freunde verändert haben, dass Freunde nicht für dich da sein werden, dass in der Schule sich vieles verändert hat und man sich schwer daran gewöhnen muss, dass ich Probleme habe viele Sachen auf einmal organisieren zu müssen wie Job, Führerschein, Sport und Schule. Ich hatte oft richtig Angst zurück zu kommen und wollte lieber in Kanada bleiben, obwohl ich ja meine Familie und Freunde sehr vermisst habe.
Eltern in die Arme schließen
Nach einer 17- stündigen Reise bin ich am 30. Juni dann endlich am Frankfurter Flughafen angekommen und konnte meine Eltern in den Arm schließen, sowie unseren neuen Hund, den ich noch nie gesehen hatte, begrüßen können. Es war wirklich ein schönes Wiedersehen. Die nächsten Tage habe ich dann alleine mit meinen Eltern und meinem Bruder in Holland am Meer verbracht, wo ich viel erzählt habe und wir endlich eine schöne Zeit alle gemeinsam verbringen konnten, bevor mein Bruder den Tag danach auch schon nach Australien geflogen ist um ein ganzes Jahr dort in der Highschool zu verbringen, genauso wie ich das ja gemacht habe.
Der Abschied mit meinem Bruder war also umso schwerer. Wir haben uns so vermisst über das ganze Jahr und jetzt ist er schon wieder für ein weiteres Jahr geflogen. Wir haben uns einfach soviel besser verstanden über das Jahr wo ich weg war. Es wird eine harte Zeit!
Von allen freundlich aufgenommen
In den nächsten Tagen habe ich dann auch meine Freunde wieder gesehen und meine Verwandten und auch Leute, wobei ich viele Sorgen hatte, wie das Wiedersehen aussehen würde, ob man mich ignoriert oder ob es irgendwie seltsam sein wird. Doch eigentlich war es echt schön, jeden wieder gesehen zu haben, und ich wurde von allen freundlich aufgenommen und begrüßt.
So glücklich ich am Anfang auch war, alle endlich wiederzusehen, ist es aber jetzt auch schon normal geworden, und ich habe mich schon fast an das Leben und die Leute hier gewöhnt. Was ich auf jeden Fall erlebt habe ist, dass sich in der Schule und in meinen Freundeskreisen viel verändert hat, wo ich mich noch daran gewöhnen muss. Doch die Sorgen, die ich vor meiner Reise zurück hierhin noch hatte, sind auf jeden Fall verschwunden.
Positiver Blick auf die Sommerferien
Ich sehe positiv auf die Zeit in den Sommerferien und in der Schule danach. Auch wenn sich vieles verändert hat, komme ich jetzt schon gut damit klar und lasse mich darauf ein, zum Beispiel wenn es um neue Leute kennen lernen geht oder um alte Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat.
Da ich in den ersten Wochen nach meiner Ankunft noch viel zu organisieren habe, bin ich schon richtig gestresst und versuche, alles unter einen Hut zu bekommen – Führerschein anfangen, Job suchen, Freunde wiedersehen, um Familie kümmern, mit dem neuen Hund raus, Arzttermine, Schulsachen nachholen usw. Ich hoffe, ich vernachlässige dabei meine Freunde nicht, doch es ist wirklich gerade sehr viel auf einmal.
Bald möchte ich auch wieder regelmäßig mit dem Turnen anfangen, doch im Moment finde ich leider dafür keine Zeit. Ich bin mir sicher, dass es in den Ferien alles ruhiger wird!
Ich bin auf jeden Fall glücklich, wieder zu Hause zu sein! Dieses Auslandsjahr in Kanada war die schönste Zeit meines Lebens und ich werde es nicht vergessen. Ich habe so vieles erlebt und durfte soviel erfahren und besuchen. Ich denke, dass dieses ,Jahr auf jeden Fall nur positives für mich gebracht hat und würde es jedem weiterempfehlen! Jetzt heißt es für mich, sich an das neue Leben hier zu gewöhnen und das Beste daraus zu machen. Stufe 12 und dann Abitur – ich komme!!!
Liebe Grüße, diesmal aus Dortmund,
eure Nathalie
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15. Juni, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie während des Trips nach Seattle. Foto: Schreiber
Hey und vieeele Grüße aus Kelowna, BC!
Jetzt habe ich leider nur noch einen Monat übrig, bevor es zurück nach Hause geht. Und das merke ich immer stärker. Zum Beispiel fange ich langsam an, meine Sachen zurück zu schicken, aufzuräumen, die Schulbücher wieder herauszuholen und mit meinen Freunden über Welcome-Back-Partys zu reden.
Zeit vergeht zu schnell
Ja, die Zeit vergeht jetzt rasend schnell. Vor zwei Wochen war ich noch in Seattle auf einem Trip, und letzte Woche war Cancer-Week bei uns an der Schule. Das ist ein Event, bei dem die ganze Schule versucht, so viel Geld für den Kampf gegen Krebs zu sammeln, wie nur möglich. Und jetzt ist der Monat schon wieder um.
Auf den Seattle-Trip mit dem Musik-Department meiner Schule habe ich mich schon so lange gefreut, und dann ging es endlich los. Mit der Concert- und Jazzband in die Staaten!!! Da ich ja eigentlich nicht in der Band bin, wurde für mich und ein paar Freunde, die auch Exchange-Students sind, eine Ausnahme gemacht.
Kurt Cobains erste Gitarren
Seattle hat viel zu bieten. Und da der Trip sich auf Musik fokussiert hat, haben wir das „Experience Music Centre“ besucht, wo wir Kurt Cobains erste Gitarren gesehen haben, Drums und Gitarre lernen, in unserer eigenen Band rocken und viel anderes entdecken konnten.
Außerdem haben wir ein Konzert in Downtown besucht und das Musical „Guys and Dolls“ gesehen. Aber was uns als Austauschschüler sehr beeindruckt hat, waren die riesigen Shopping-Malls, von denen es in Seattle mehrere gab. Alle davon waren größer als die einzige Mall, die wir in Kelowna haben. Typisch Amerikaner!
Riesige, moderne Gebäude
Auch in Downtown konnte man sehen, dass viel Wert auf „größer, moderner und besser“ gesetzt wurde: riesige moderne Gebäude, aber kein Stück Kultur. Dennoch hat mir Seattle sehr gefallen. Wir haben den Hafen besucht und sogar einen der schönen Tage erwischt, die sehr selten sind im verregneten Seattle.
Natürlich haben wir auch den berühmten „Pike Place Market“ besichtigt und sind dort bummeln gegangen. Dort haben wir dann auch die Fischverkäufer gesehen, die Fisch durch die Luft werfen, und viele Straßenmusiker gehört. Unter anderem waren dort drei Jungs, die genauso aussahen wie die Beatles.
Eure Nathalie
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02. Mai, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie in der Rockies. Foto: Schreiber
| ..und heute sag ich wieder “Hallo” aus Kanada, BC!
nun sind nur noch 2 Monate übrig von meinem Highschool-Year in dem wunderschönen Kelowna. Jeden Tag muss ich jetzt daran denken, das mein Abenteuer, auf was ich mich seit Jahren gefreut habe, schon bald vorbei sein wird und ich so ein Erlebnis in ein fremdes Land auf die Highschool zu gehen nicht noch mal erleben werde – das macht mich richtig verrückt!
Einerseits freut man sich darauf seine Freunde und seine Familie wieder zu sehen, aber man muss im Gegensatz dazu auch den Ort verlassen, wo man sich für ein ganzes Jahr ein Leben selbst aufgebaut hat, Freunde gefunden hat und die aufregendsten Erlebnisse gesammelt hat – Erinnerungen, die ich nie vergessen werde!
Und wer will schon eine Gegend verlassen, wo man im Winter die ganze Zeit Skifahren kann und im Sommer auf dem See wasserskifahren und – surfen kann, am Strand liegen kann nach der Schule und für die Fitness schön in die Berge wandern geht, während man vielen verschiedene wilde Tieren über den Weg läuft?
Diesen Monat wurde es dann endlich mal in bisschen sonniger und wärmer – das hieß das wir endlich an den Strand gehen konnten, Ice Cream bei Dairy Queen gegessen haben ( wo das beste Eis hier in Canada produziert wird) und Stunden nur in der Sonne relaxed haben!
Dann, in der Mitte des Monats, stand der Rocky Mountains Trip, der von dem Schuldistrict Kelowna für alle Austauschschüler hier organisiert wurde, an. Der Trip, auf den ich mich schon so lange gefreut habe, weil ich endlich die Rockies sehen werde, obwohl ich ja schon ganze 8 Monate hier in Kanada verbracht habe.
Unser erster Stop war in Jasper, einer kleinen Stadt in den Bergen, wo wir den Maligne Canyon besucht haben. Genau dort haben wir auch die ersten wilden Tiere mitten vor uns gesehen, eine Art Bergziege, nur größer. Auch Elche haben wir von unserem Bus aus gesehen.
Am nächsten Tag haben wir dann die größte Mall Amerikas besucht, in Edmonton, und ich war beeindruckt, was man alles in einer Mall haben kann. Da haben wir einen Freizeitpark mit riesigen Achterbahnen mitten in der Mall entdeckt, einen Wasserpark mit 15 Rutschen, ein kleines Seaworld mit Seelöwen und einem nachgebauten Schiff, eine Eislaufbahn zum Hockey spielen, ein riesiges Kino und tausende von Restaurants und Stores.
Wir hatten ganze 5 h Zeit, um die Mall zu besuchen, was ja eigentlich bei jeder andern Mall genug Zeit wäre, aber in dieser Mall mussten wir von Geschäft zu Geschäft laufen und Meilen laufen, um die Ziele zu erreichen, die wir sehen wollen.
Am nächsten Tag konnten wir dann einige Stunden im Wasserpark verbringen und die 15 Rutschen ausprobieren, wobei jede davon besser war, als man in normalen Schwimmbädern gewohnt ist! Bei dem Wellenbad hat man sich wie in Hawaii beim Surfen gefühlt, so riesig waren die Wellen! Nach einer langen Busfahrt haben wir dann Banff erreicht, einer kleinen Stadt, umgeben von der schönsten Landschaft Kanadas, mit einem riesigen Schloss am Rande der Stadt.
Im April war noch alles weiß, und es hat nicht aufgehört zu schneien, am Tag danach war die ganze Stadt von noch tieferem Schnee bedeckt – Banff ist die Städt, die am höchsten liegt in Kanada.
Von Banff aus haben wir dann den Lake Louise besucht, den schönsten See Kanadas, so wie die Kanadier behaupten, und sie liegen richtig, nur leider konnten wir den See nur total zugefroren sehen und nicht blau-türkis, wie er im Sommer schimmert.
Wenigstens hatten wir dann Spaß, als wir auf dem See laufen konnten und mit Schnee wahrscheinlich das wirklich letzte Mal rumgealbert haben.
Goodbye Canadian Winter! Hello beautiful summer in Kelowna!
Von Lake Louise ging es dann aber leider ab zurück nach Kelowna. Ich bin so froh, dass ich diese Landschaften in den Bergen nun endlich gesehen habe. Es war wunderschön.
In den nächsten Tagen muss ich dann ja leider wieder in die Schule und mich für die letzten Wochen nochmal ein wenig anstrengen. Naja, in 2 Wochen fahre ich dann wieder weg, nach Seattle mit meinem Musik-Kurs – auf in die States, juhu!!!
Davon werde ich euch dann nächsten Monat berichten, keine Sorge.
Doch jetzt muss ich mir auch schonmal Gedanken machen, wie ich mein ganzes Zeug zurück nach Hause bekomme, weil ich mir ja doch vieles hier gekauft und ich viele Pakete von meinen Eltern zugeschickt bekommen habe mit noch mehr Zeug. Jetzt fange ich hier langsam an meine Rückreise zu organisieren – so schnell kann das gehen- unglaublich!
Bis nächsten Monat
eure Nathalie |
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04. April, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie (links) und ihre Freundin Lisa in Kelowna. Foto: Schreiber
| Hey!Diesen Monat habe ich wieder viel aus dem wunderschönen Kelowna zu berichten. Wie ich ja letzten Monat erzählt habe, geht die Zeit in meinen letzten Monaten hier rasend schnell um!
Deshalb hab ich mir für den vergangenen Monat so viele Pläne gemacht. Dann kamen auch endlich unsere zweiwöchigen Frühlingsferien und die Zeit, wo mich meine beste Freundin von Zuhause besuchen gekommen ist. Dann sind außerdem die letzten Wochen vor dem Ende der Skisaison angefangen … und so langsam hat sich auch die Sonne endlich blicken lassen.
Ja, im März hab ich wieder vieles erlebt.
Danceshow an der Schule
Die erste Woche fing mit viel Stress und Hektik an, die Danceshow von meiner Schule stand vor der Tür, und die Woche vor meiner Show bestand aus zusätzlichen Übungsstunden während der Schulzeit, mehreren Generalproben und viel viel Organisieren!
Für einen Act habe ich meiner Lehrerin als Tanzassistentin für kleine Kinder geholfen, was für mich das Highlight war. Am Tag der Show war ich eigentlich schon richtig ausgepowered, doch als ich dann die vielen Leute im Publikum sah und die anderen Tänzer backstage, die vor Aufregung und Vorfreude nicht mehr still sitzen konnten, konnte ich auch endlich die Show nach dem ganzen Stress richtig genießen.
Unbeschreiblich viel Spaß gemacht
Und es hat einfach unbeschrieblich viel Spaß gemacht, auch wenn ich manchmal von vielem Umziehen kaum durchatmen konnte. Ich war in sechs verschiedenen Tänzen in der Show. Und dann war die Show auch schon vorbei.
Wir Tänzer waren ereichtert, aber auch wirklich stolz auf uns – die Show war ein Megaerfolg! Am Ende wurde ich sogar nach vorne geholt und für mein Engagement als Lehrerassistent für den “Little Kids-Dance” geehrt. Das Gefühl kann ich gar nicht beschreiben, so stolz war ich!
Freundin Lisa zu Besuch
Nach ein paar Tagen, wo ich mich dann irgendwie durch die Schule gequält habe, gab es Frühlingsferien! Und später irgendwann kam auch endlich meine Freundin Lisa mich besuchen, worauf ich schon die ganze Zeit gewartet hatte.
Also habe ich für sie Reiseführerin durch Kelowna gespielt und ihr außerdem mein Alltagsleben hier gezeigt. Dazu gehörte Skifahren gehen in dem schönen Skigebiet “Big White”, wandern gehen in den schönsten Gebieten der Stadt, shoppen gehen in der riesigen Mall, Kaffee trinken bei Tim Hortons, trainieren gehen in dem unserem großen Fitnessstudio in meiner Nachbarschaft und Stadtbummel mit Eis essen in Downtown am See.
Weil endlich mal die Sonne raus gekommen ist, konnten wir sogar an einigen Tagen am Strand sitzen und einfach nur in der Sonne relaxen.
Gestern haben wir jedoch ein richtiges Abenteuer erlebt. Es fing damit an, dass ein paar Freunde und Lisa und ich uns vorgenommen haben, einen Berg in Westkelowna, der Nebenstadt zu besteigen. Aus Erfahrungen meiner Freunde hier, wäre es eine halbtägige Wanderung gewesen, also haben wir uns am Morgen um 8 Uhr früh auf den Weg gemacht, mit reichlich vielen Snacks in unseren Rucksäcken für das Picknick was wir oben auf der Spitze geplant haben. Endlich am Fuße des Berges angekommen, fing die Wanderung an.
Auf allen Vieren klettern
Nach wenigen Metern wurde uns klar, dass unsere Jungs, die die Wanderung ja geplant hatten, nicht nach den Pfaden gehen wollten, sondern den Berg einfach irgendwie hochklettern wollten. Also kletterten wir hinterher, mitten im Wald, der Boden manchmal so rutschig, dass wir allen Vieren langsam weiter gehen mussten.
Zum Teil mussten wir auch auf losen Steinen weiter hoch klettern, bis wir dann endlich völlig erschöpft oben angekomen sind. Der Ausblick war atemberaubend schön. Man konnte die ganze Stadt überblicken und den See und sogar die Berge dahinter. Also haben wir uns schön viel Zeit bei dem Picknick gelassen und den Ausblick so lange wie möglich genossen.
Dann als die zeit für den Weg zurück nach unten kam, haben wir Mädels uns entschieden, einen anderen Weg zurück zu finden, einen längeren, aber sicheren. Also sind wir ohne die Jungs losgegangen und irgendwie haben wir uns dann schon nach wenigen Minuten komplett verlaufen.
Wir sind den Berg auf der anderen Seite herunter geklettert und konnten dann nicht mehr hoch, weil es zu steil war. Und einen Pfad haben wir auch nicht mehr gefunden, der Weg nach unten wurde jedoch immer gefährlicher und steiler. Also mussten wir jetzt irgendwie nach unten kommen. Bald hatten wir gar keine andere Möglichkeit mehr, als nach unten auf allen Vieren zu rutschen und steinige Hänge herunter zu klettern.
Furcht, auf Bären zu stoßen
Irgendwann waren wir dann so weit im Wald, dass wir Angst hatten auf Tiere, wie Bären oder Kojoten zu stoßen. Also sind wir laut am singen irgendwie weiter nac h unten gewandert, über Zäue geklettert und haben endlich wieder einen Wanderweg gefunden, der uns zurück zu unserem Ausgangspunkt gebracht hat.
Zwar sind wir am Ende in irgendeinem Vorgarten von einem Haus gelandet, aber dann waren wir endlich wieder nahe des Highways, wo uns der Bus sicher nach Hause gefahren hat. Ja es war ein richtges Abenteuer, mit viel Adrenalin und leider auch vielen Kratzwunden und blauen Flecken.
Leider sind dann aber die Ferien auch zuende gegangen und der Alltag fing wieder an. Hoffentlich kann meine Gastfamilie bald schon das Boot wieder rausholen und die Tage für Wasserskifahren und Wassersurfen fangen wieder an!
Liebe, liebe Grüße aus dem sonnigen Kelowna!
eure Nathalie
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07. März, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie (Mitte) und ihre Freundinnen. Foto: Schreiber
Hey!
Hier bin ich wieder mit meinem monatlichen Bericht aus Kelowna, BC.
Und außer, dass ich unseren BVB in dieser genialen Saison nicht sehen kann und bei der Meisterfeier fehle, geht es mir hier super, und ich erlebe immer noch viele neue Sachen. Jetzt sind es nur noch vier Monate. Und so langsam, wie die Zeit am Anfang verging, so schnell vergeht sie in den letzten Wochen … leider.
Mein Heimweh, das ich da noch hatte, hat sich total verändert. Na klar, freue ich mich, so meine Freunde und meine Familie wieder zu sehen. Aber jetzt erst habe ich realisiert, dass mein Highschool -Year, auf dass man sich fast sein ganzes Leben schon gefreut hat, immer schneller vorbei geht. Und für die ganzen Sachen, die ich geplant habe und hier noch erleben möchte, ist ja kaum noch Zeit übrig.
Ganz viel Neues unternehmen
Ich bekomme jetzt sogar schon so eine Panik, dass ich meinen Aufenthalt hier nicht richtig ausnutzen würde.
Hmm … also ist meine neue Einstellung hier jetzt: Unterimm so viel Neues, was du schon immer machen wolltest, wie möglich, und nutze die letzten Wochen hier in Kelowna so richtig aus!
Und das habe ich den letzten Monat schon versucht so gut wie möglich umzusetzen. Also haben ich und meine Freunde uns erstmal Tickets für eine Party für die Grad-Students an unserer riesigen Schule gekauft. Und mit wunderschönen Cocktailkleidern sind wir endlich wieder richtig feiern gegangen.
Wie Stars behandelt
Das war ein großes Event. Die ganze Schule war in dem Thema “Oscars” gestaltet, und wir wurden als Stars behandelt und hatten richtig viel Spaß. Es ist einfach unglaublich, was die Schüler an den Schulen hier selber organisieren und auf die Beine stellen können!
Dann ein paar Tage später kam auch schon das nächste Festival an unserer Schule – “Airband – Week”. Und das bedeutete: Eine Woche lang war die ganze Sporthalle in eine Mega-Bühne im 50ties Look umgewandelt. Und eine Mega-Show für jede Lunch Pause (50 min) einstudiert. Dahin zu gehen und 2 Dollar zu bezahlen, hat sich richtig gelohnt!
Die ganze Schule verrückt gemacht
Schüler aus allen drei Stufen haben sich in Gruppen eine Choreographie ausgedacht, sind gegeneinander angetreten und haben die ganze Schule verrückt gemacht. Dann im großen Finale sind die besten Gruppen nochmal aufgetreten, und die Show wurde nochmal getoppt!
Man konnte sogat Tiesto- und Taylor Swift-Konzert-Tickets im Wert von etwa 200 Dollar gewinnen! Warum kriegen wir sowas nicht auch an deutschen Schulen hin?
Als letztes will ich ich euch noch von einem anderen tollen Erlebnis, das ich hier hatte erzählen. Obwohl ich ja schon eigentlich gelangweilt vom Skifahren jede Woche bin, wurden meine Hostfamilie und ich diesen Monat eingeladen in unserem Skigebiet hier in einem Condo von Freunden der Familie zu übernachten.
Eine meiner besten Erfahrungen
Erst war ich weniger begeistert von der Idee, wieder Skifahren zu gehen und bei Freunden meiner Gasteltern Gast zu sein. Aber dann wurde es doch eine meiner besten Erfahrungen hier. Erst einmal durfte ich sogar einen Freund mitnehmen, den Jonathan.
Dann sind ich und Jonathan, als wir angekommen sind, erstmal “Ice Tuben” gegangen. Das heißt, wir sind mit sowas wie einem Reifen Eishügel runtergerutscht und das auch noch umsonst, weil das mit unserem Skipass verbunden ist. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr!
Ich konnte zwar nichts sehen, denn es war nachts und es hat heftig geschneit, aber trotzdem war es so ein tolles neues Erlebnis hier. Und dann, auf einmal, während wir den Berg runterrutschen, sehen wir Feuerwerke am Himmel, die das Skigebiet wohl jeden Samstag macht. Das hat das ganze nochmal schöner gemacht.
Im Whirlpool
Weil es echt so richtig kalt war, um die -20 Grad, sind wir im Condo sofort in den heißen Whirpool draußen gehopst und haben uns aufgewärmt. Am nächsten Tag konnten wir dann endlich Skifahren gehen nach einem mächtigen kanadischen Frühstück mit Tonnen von Bacon und Pancakes – einfach genial!
Auch wenn das Skifahren manchmal etwas zu kalt wurde, hat es sich doch wieder einmal richtig gelohnt und nachher konnten ich und Jonathan ja wieder in den Whirpool gehen – was ein Wochenende!
Ich denke, ich habe den letzten Monat schonmal gut ausgenutzt. Ich hoffe ich kann meine anderen Pläne auch einhalten. Da wäre zum Beispiel der Trip nach Banff, wo ich und meine Freundin planen, im Campground Zelten zu gehen. Oder der Trip nach Seattle mit meinem Chor, wir zum einem nur Konzerte und Musicals besuchen und zum anderen natürlich schön shoppen gehen.
Den Kanadiern Karneval beibringen
Aber worauf ich mich im Moment freuen würde ist, die Karneval-Party die wir hier organisieren müssen! Da die Kanadier leider kein richtiges Karneval, so wie es bei uns gefeiert wird, kennen, müssen wir es ihnen wohl mal zeigen!
Ich hoffe ihr in Dortmund feiert schön, während ich noch über mehr Sachen nachdenke, die ich hier erleben möchte – die Zeit rast!!!
eure Nathalie
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07. Februar, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie mitten im Schnee. Foto: Schreiber
Hallo ihr da drüben,
hier kommt endlich wieder mein Monatsbericht, diesmal aus dem Januar. Und wenn man Januar in Kanada hat, woran denkt man dann? – Skifahren natürlich! Und das war auch womit ich die Hälfte der Tage im Januar verbracht habe. Wie ich im letzten Bericht ja schon detailliert beschrieben habe, ist es in dem Skigebiet hier wunderschön. Ich kann einfach nicht oft genug Ski fahren.
Wie Pinguine durch den Schnee
Aber letzte Woche hat meine Gastfamilie mir eine neue Aktivität gezeigt die man hier in den weißen Bergen Kanadas unterehmen kann und zwar Snowshoeing!
Snowshoeing ist grundsätzlichdas gleiche wie Wandern, aber in den Bergen bei gut 1 Meter Tiefschnee, mit Schuhen unter den Füßen, die man gut als Paddel beschreiben könnte. Also war ich dann das erste mal “Snowshoeing” und es war echt eine tolle Erfahrung.
Wir sind durch den Wald bei Tiefschnee gewandert wie Pinguine und als wir dann oben auf dem Berg angekommen sind, konnten wir die ganzen Städte und den See überblicken, es war einfach grossartig! Es war außerdem so erschreckend ruhig, wir haben keine einzigen anderen Wanderer gesehen. Zum Glück auch keine Bären und Cougars!
Unglaublicher Schulspirit
Jetzt aber mal zu einem anderen Thema. Wie sieht es eigentlich bei mir in meinem Highschool Leben aus? Wie ich ja schon erzählt habe besuche ich eine riesige, 2000 Schüler umfassende Schule mit einem unglaublichen Schulspirit!
Im Moment haben wir ein großes Basketball Turnier an unserer Schule die “Western Canadas”, und unsere ganze Schule ist in den Schulfarben schwarz und gold gestaltet, und alle Schüler sind im Schulspirit und kommen verrück in schwarz und gold zur Schule!
Die ganze Schule ist schwarz gold und bei den Basketballspielen ist die Stimmung einfach nur überwältigend – schreiende, schwarz, gold gekleidete KSS – Schüler, Programm den ganzen Tag, Tanzshows und Cheerleading! Es ist ein riesen Festival, und auch ich durfte daran teilnehmen und hatte mit meinem “Dance Team” zwei Auftritte, während die ganze schwarz, goldene Menge schrie und jubelte.
Jeden Tag genießen
Was kann ich noch spannendes aus meinem Leben hier erzählen?
Eigentlich versuche ich jeden Tag natürlich zu genießen. Und weil man hier einfach tolle Möglichkeiten mitten in der schönen Natur von Kanada hat, kann ich auch einfach mal nach der Schule mich entspannen und an den Strand gehen mit unserem Hund Max.
Oder in den Bergen wandern gehen. Ein Wochenende in Big White, dem Skigebiet verbringen. Spannende Field Trips in meinem Sportkurs erleben, wie Golfen oder Eishockey spielen. Oder auch für zwei Tage nach Vancouver fahren um das Großstadtfeeling, das ich ja schon vermisse, wieder zu genießen … und das Shoppen darf man natürlich auch nicht vergessen!
Ich hoffe ich konnte euch einen guten Eindruck von meinem Leben hier im Moment geben!
Bis nächsten Monat
eure Nathalie
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12. Januar, 2011 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie (Mitte) mit ihrer Familie beim Eishockey. Foto: Schreiber
Hallo ihr da drüben in good old Germany,
hier habe ich endlich wieder viele neue Berichte aus meinem Leben als Austauschschüler in Kanada für euch kurz zusammengefasst.
Und ich kann nun endlich sagen: “Ja, ich bin voll und ganz hier angekommen!”
Es ist zwar schon der 4. Monat, den ich hier verbracht habe, aber jetzt erst habe ich mich richtig eingewöhnt und fühle mich schon fast wie zu Hause. Ist eigentlich echt erschreckend sowas sagen zu können, oder?
Wirbel um Weihnachten
Naja, was ist hier diesen Monat alles passiert? Das erste was mir einfällt ist, dass ich wirklich am Anfang des Monats schon genervt war von dem Wirbel, den die Kanadier hier um Weihnachten gemacht haben! Hier habe ich schon Anfang November mit Weihnachtslieder-Singen angefangen.
Und 3 Wochen vor Weihnachten stand bei uns schon der selbst aus dem kanadischen Wald geschlagene Baum in unserem Wohnzimmer, was ein Abenteuer! Bei 1 m Tiefschnee und einem Blick über die ganze Stadt nach der richtigen Weihnachtstanne zu suchen, kann man auch nur hier erleben!
Und auch unsere Weihnachtsdeorationen waren schon überall im Haus verteilt und es kamen immer mehr dazu, es hat gar kein Ende gefunden! Obwohl ich Weihnachten ja über alles liebe, war für mich dieser ganze Wirbel dann doch zuviel des Guten, sodass ich es schon ein paar Tage vor Weihnachtten satt hatte.
Ich weiß gar nicht, wie viel Energie die Kanadier jedes Jahr in diese ganze verrückte Zeit stecken, um Weihnachten noch zu genießen!
Riesiges Weihnachtsdinner
Naja, dann war Weihnachten doch endlich da und ich durfte endlich das typisch kanadische Weihnachten erleben, mit Truthahn, einem riesigen Dinner mit 20 Gästen und ein paar Traditionen.
Erst einmal feiern die Kanadier nicht wie wir am 24. Weihnachten, sondern am 25. Dezember! Aus diesem Grund gab es Heiligabend leider nur ein kleines Weihnachtsmenü, dafür aber am nächsten Tag, dem 25. duften wir schon morgens die Gechenke öffnen!
Tradition mit “Stockings”
Und dann gab es ja noch diese Tradition mit den “Stockings”. Jeder aus meiner Familie hat dann also eine Person gezogen, für die er fünf bestimmte Sachen für sein “Stocking”, seine Weihnachtssocke kaufen muss. Diese lustigen Gechenke, wie ein Paar Socken, oder Nagelfeilen, halt nützliche Sachen, durften wir dann auch an diesem Morgen auspacken, das war ein Spaß!
Am Ende hatte ich dann ein ganzes Kanada Outfit bekommen und mir wurde gesagt, ich soll damit natürlich schön Werbung in Deutschland machen, wenn ich wiederkomme! Aber das tollste Erlenis für mich war dieses Weihnachten das Schlittschulaufen später auf einem kleinen See mitten in der schönen Natur von Kanada, mit einem Blick auf die Berge und den See und der Stadt auf der anderen Seite.
Eishockey mit der ganzen Familie
Und ich habe auf diesem See das erste Mal Eishockey gespielt mit meiner Gastfamilie, was echt spannend war, weil die für die Kanadier Eishockey, wie für uns Deutsche Fußball ist! Also konnte echt die ganze Familie Eishockey spielen, während ich schon Probleme hatte, gleichzeitig eiszulaufen und den Stick in der Hand zu halten.
Am Ende jedoch konnte ich schon besser spielen, weil die Familie sich echt bemüht hat, mir das beizubringen. Die haben sich jetzt schon vorgenommen, aus mir, dem typisch deutschen Stadtmädchen, eine Eishockeyspielerin zu machen! Oh man!
Als wir dann wieder zu Hause waren, gab es auch schon das gewaltige Weihnachtsabendessen mit 20 Gästen.
Es hat einfach nichts gefehlt, was man von einem typisch amerikanisch oder kanadischen Weihnachtsessen erwartet, ein riesiger Truthahn mit Füllung, Wein, mächtiges Dessert und Weihnachtsdekoration im ganzen Haus verstreut und die ganze Familie, die zusammengekommen ist. Es war auf jeden Fall interessant, dieses Weihnachten so zu erleben, obwohl man natürlich zu Hause seine eigene Familie schon vermisst.
Skifahren in den Winterferien
Die restlichen Winterferien habe ich dann mit Skifahren verbracht. Das nächste große Skigebiet ist nur 50 Minuten von Kelowna, meiner Stadt entfernt, sodass es sehr leicht ist, für einen Tag schnell hochzufahren und am Nachmittag wiederzukommen.
Skifahren in Kanada ist einfach was Besonderes, was ich natürlich ausnutzen werde. In den nächsten Tagen geht´s weiter, auf nach “Big White”, so heißt das Skigebiet!
In ein paar Tagen wird Silvester gefeiert, da bin ich auch schon gespannt drauf, aber ich habe schon gehört, dass die Kanadier hier nicht so verrückt nach Feuerwerken sind wie wir, kaum einer wird es knallen lassen, das müssen wir ändern!
Euch wünsche ich dann auch ein frohes neues jahr 2011, und vielleicht verbringt ihr das nächste Jahr ja sogar wie ich im Ausland! Es lohnt sich, glaubt mir!
Viele liebe Grüße aus dem wunderschönen Kelowna, BC, Kanada und bis nächsten Monat,
eure Nathalie
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Auslandsjahr,
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09. Dezember, 2010 von nathalieskanadatagebuch

Kurz vor dem Wettbewerb in Vancouver. Foto: Schreiber
Hallo ihr Lieben,
hier bin ich wieder und verspreche euch ganz viele neue Eindrücke aus meinen Leben in Kelowna, BC. Da wird einem immer in den Vorbereitungsseminaren gesagt, dass nach dem dritten Monat die schlimmste Phase vorbei ist, aber bei mir war dieser Monat leider voll von Heimweh und Stimmungsschwankungen.
Wenigstens hatte ich diesmal wieder viele tolle Trips, die mir geholfen haben, das leider echt langweilige Deutschland (verglichen zu dem spannenden Kanada) zurückzulassen.
Ich will euch mal von meinem Schulleben hier erzählen, weil ich denke, dass viele von euch auch über ein Auslandsjahr nachdenken, aber keine Vorstellung davon haben, wie anders die Schule hier ist. Daran muss man sich nämlich wirklich gewöhnen, wenn man nach Kanada kommt!
Erst einmal war ich geschockt, als ich den ersten Tag in der Schule war: überall Schüler. Die Schule ist einfach riesig, wir haben etwa 2000 Schüler, und ganze 600 gehen in meine Stufe. Jeden Tag sehe ich neue Gesichter.
Gigantisches Angebot an Kursen
Dann zu den Kursen: Man kann echt alles wählen, das Angebot ist gigantisch; von Dance Fitness zu Chinesisch oder Drama zu Zeichensprache. Es gibt sogar einen Kurs, der sich nur mit dem Holocaust befasst. Das habe ich natürlich sofort ausgenutzt.
Spaß habe ich in Kursen wie Choir, Acting, Dance Fitness und Dance Team. Und was euch sicher auch gefallen wird: Das Niveau in Mathe, Englisch oder Franze ist viel leichter.
Wir lernen in Stufe 11 den Stoff, den wir schon in Stufe 9 oder 10 hatten! Und auch die Lernmethoden sind eigentlich für uns Deutsche schon als „lächerlich“ anzusehen. Unsere Test bestehen zum Teil nur aus einfachen Fragen mit kurzen Antworten oder einfach nur Multiple-Choice Aufgaben zum Ankreuzen.
Immer auf dem Laufenden bleiben
Da es aber irgendwie jede zweite Stunde ein Quiz oder einen Test gibt, muss man immer dabeibleiben und darf so gut wie keine Stunde verpassen, um den Stoff draufzuhaben. Das ist echt schwer zu managen, wenn man wie wir Internationals auf viele verschiedene und interessante Trips gehen will.
Unbeschreiblicher Schulspirit
Aber wir Deutschen kommen hier alle ohne Probleme klar und ohne dass wir wirklich lernen müssten. Macht euch da keine Sorgen wegen der Schule hier. Wenn ihr auch so ein Highschoolyear machen wollt, wollt ihr es doch auch genießen oder? Und das könnt ihr hier auf jeden Fall, ohne dabei auf die Schulleistungen achten zu müssen.
Und der Schulspirit ist einfach unbeschreiblich! Jeder ist stolz auf seine Schul-T-Shirts oder Pullis mit dem Logo. Und alle Teams werden jedes Mal von der ganzen Schule unterstützt und gefeiert: Unglaublich!
Im Chor gesungen
Aber jetzt genug von der Schule hier. Die Highlight diesen Monat waren diesmal das Winterkonzert, wo ich im Chor gesungen habe. Ich weiß, Chor hört sich jetzt langweilig an, so wie es leider oft in Deutschland ist, aber hier sind die Chöre einfach beeindruckend. Wir singen Lieder aus Musicals, und es macht richtig Spaß, weil alle voll dabei sind und sich das Ergebis dann noch besser anhört.
Das Konzert war einfach großartig, und ich bin jetzt noch überwältigt von den Solos der Jazzsänger an unserer Schule. Auch unser Publikum war anscheinend begeistert. Toller Abend! Aber ein noch besseres Erlebnis war mein Dance Team Trip nach Vancouver. Drei Tage lang nur Tanzen und Vancouver genießen!
Sofort als wir nach einer langen anstrangenden 5-Stunden-Fahrt in Downtown Vacnouver angekommen sind, kam auf uns ein 5 stündiger Tanz-Workshop in einem der bekanntesten Dance Centres BCs zu, dem Harbour Dance Centre. Und es war einfach geil!
“Ich liebe diesen Tanz!”
Wir hatten einen genialen profesionallen Choreographen, der mit uns eine House-HipHop-Nummer einstudiert hat. Ich konnte mich danach echt nicht mehr bewegen, aber das hat sich gelohnt, ich liebe diesen Tanz! Und außerdem hatten wir danach sogar noch Zeit zum Shoppen, da waren meine Schmerzen ganz schnell wieder weg!
Shoppen in Downtown Vancouver, darauf habe ich schon die ganze Zeit gewartet! Und dann am nächsten Tag war es endlich soweit, der Tag der Dance-Competition „Evolution“. Und mit unseren angsteinflößenden und wilden Kostümen haben wir unseren afrikanischen Tanz performt und gewonnen!
Von der Stimmung überwältigt
Ich war so überwältigt von der ganzen Stimmung, überall Hip Hop begeisterte Tänzer und Leute, die schreien und anfeuern! Und dann haben wir es sogar geschafft, wir haben gewonnen! Den Sieg haben wir dann erstmal mit einem langen Aufenthalt zum Shoppen in der Richmond Mall gefeiert. Was ein tolles Wochenende!
Nächsten Monat erzähle ich euch von einem typischen kanadischen Weihnachtsfest und von dem was ich sonst noch alles hier erlebe!
Eure Nathalie
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08. November, 2010 von nathalieskanadatagebuch

Kürbis gefunden! In Kanada sucht sich jeder seinen Halloween-Kürbis auf einem großen Feld. Foto: Schreiber
Ihr Lieben,
nun ist schon wieder ein Monat vergangen – und ich kann echt nicht glauben, wie schnell das ging! Da hatte ich am Anfang noch meine Sorgen, wie ich denn zehn Monate gaaaanz weit weg von meinem Zuhause überleben könnte, und jetzt sind seitdem schon zwei Monate vergangen!
Dieser Monat war für mich als Deutsche ein ganz besonderer Monat, denn ich durfte das erste Mal ein typisch kanadisches Thanksgiving feiern. Und glaubt mir, es ist genauso gewesen, wie wir Deutschen das aus Filmen kennen!
Die ganze Familie, um die 20 Leute an einem großen Tisch, der von der Küche durch das ganze Wohnzimmer ging, Speisen in Massen auf dem Tisch verteilt, der Truthahn und zum Abschluss drei Platten mit Tiramisu! Was ein Thanksgiving-Dinner!
Aber auch Halloween kam dann immer näher und mir fiel auf, dass die Leute hier schon drei Wochen vorher anfingen, ihr Haus zu dekorieren, Kürbisse auszusuchen und ihr Kostüm für die kommende Halloween Party zu gestalten. Mit wie viel Freude und Enthusiasmus die Kanadier sich auf Halloween vorbereiten, ist einfach genial.
Sogar ich wurde schon angesteckt und habe eifrig bei der Gestaltung von Hexen und Geistern geholfen. Das war dann wirklich ein Spaß an Halloween, wir haben wirklich viele, viele Kinder erschrecken können mit unserer sprechenden Hexe und den singenden Geistern.
In meiner Schule hatten wir sogar die ganze Woche Halloween als Mottowoche! Und am letzten Tag, dem Freitag durften sich endlich alle verkleiden und ihr bestes Kostüm zeigen. Natürlich habe auch ich mich diesmal umso mehr angestrengt mit meinem Kostüm.
Zwei meiner Freundinnen und ich sind als „Drei Engel für Charlie“ gegangen und haben damit viele beneidende Blicke auf uns gezogen.
Unser Ausflug mit allen Internationals war diesen Monat sehr interessant. Wir haben eine Pumpkin Farm besucht, wo wir als erstes mit einem großen Stück Apple Pie und dem besten Apfelsaft, den ich je getrunken habe, begrüßt worden sind. Dafür lohnte sich schon der ganze Trip für uns. Danach waren wir auf einem riesigen Kürbisfeld, um unseren eigenen Kürbis zu suchen, den wir dann mit nach Hause nehmen konnten.
So, nun muss ich auch schon wieder los, um mich fertig zu machen. Heute werden ich und meine Freunde zwei Horrorfilme nacheinander gucken. Wir sind wohl immer noch im Halloween-Fieber!
Bis nächsten Monat,
eure Nathalie
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28. September, 2010 von nathalieskanadatagebuch

Nathalie (rechts) hat sich bei ihrer neuen Gastfamilie schon eingelebt. Foto: Schreiber
Hallo ihr Lieben,
jetzt bin ich schon für einen Monat in dem wunderschönen Kelowna, Kanada und meine Abenteuer hat längs begonnen!
Die ersten Tage waren wie eine Achterbahnfahrt, es gab Höhen und Tiefen. Ich war nun endlich angekommen, sah meine Familie und mein neues Zuhause, dabei fragte ich mich nicht nur enmal: “Was machst du eigentlich hier? Hältst du das durch ohne deine Familie und Freunde? War meine Entscheidung richtig?”
Viele neue Eindrücke
Andererseits war ich erstmal so beeindruckt von sovielen neuen Eindrücken, von denen ich allein schon am Tag der Ankunft genug bekam. In solchen Momenten dachte ich dann wiederum: “Geil, du bist endlich da und wirst soviel erleben, genieße es! Du bist in Kanada!”
Hier sind einige meiner neuen Entdeckungen, die mir meine wunderbare Gastfamilie sofort angeboten hat. Habt ihr schonmal von Ketchup-Chips gehört? Ja, es gibt sie, rote Chips, die nach Ketchup schmecken, hmmm, lecker! Oder gesalzene Schokolade? Ja, die gibt es auch hier!
Und was nicht fehlen darf, ein typischer Tim Hortons Kaffee, gehört einfach dzu wenn man in Kanada ankommt!
Frei lebende Seehunde gefüttert
Nachdem ich nun meine Gastfamilie kennengerlernt hatte und viele kulinarische Entdeckungen erlebt hatte, sind wir erstmal nach Vancouver Island, Victoria gefahren und es war echt ein Erlebnis.
Nun wird euch bestimmt klar, dass man gar keine Zeit hat, weiter negativ zu denken, denn man darf soviel Neues erleben! Ich habe nämlich frei lebende Seelöwen gefüttert, mitten am Hafen von Victoria, es war unbeschreiblich! Außerdem habe ich noch eine Bootstour durch Victoria bei Nacht unternommen und bin durch Downtown
gewandert.
Ans Umfeld gewöhnen
Nach 3 Tagen vieler neuer Entdeckungen aus dem kanadischen Leben, bin ich endlich in meinem neuen Haus in Kelowna angekommen. Und jetzt konnte mein Leben als deutsche Austauschschülerin in Kelowna endlich beginnen!
Die ersten Tage waren mal wieder die schwersten! Schon wieder musste ich mich an ein neues Umfeld gewöhnen, doch jetzt hatte es nichts mehr mit Urlaub zu tun! Ich musste schon am nächsten Tag zur Schule, welche ganze 2000 Schüler hat.
Ich war wirklich erst total übrfordert mit den vielen Schülern und meinen Kursen, doch nun habe ich mich schon gut eingelebt und genieße den unbeschreiblichen Schulspirit und meine aufregenden Kurse, wie Acting, Directing, PE, Dance Fitness und Dance Team.
Ich hab sogar schon American Football gespielt und war in den Bergen mit dem Sportkurs. Was kann ich euch noch erzählen? Ich durfte schon soviel unternehmen mit der Familie, da bin ich echt froh drüber! Ich durfte Wasserski fahren und wassersurfen hinter dem Boot der Familie her. Und die große Mall habe ich auch schon ausreichend inspiziert.
Nette Leute aus aller Welt
Aber was das Wichtigste ist, ich habe schon soviele nette Leute aus aller Welt kennen gelernt, mit denen ich bereits viel unternommen habe. Wir waren letzte Woche Paintball spielen und gestern Bowlen.
Und gestern bei einem großen BBQ konnten wir wahrscheinlich die letzten Sonnenstrahlen vom Sommer genießen. Hier ist es nämlich immer noch schön warm im September, bis an die 25 Grad und Sonne!
So, ich hoffe ich habe euch einen guten Eindruck von meinem neuen Leben hier erzählt und euch vielleicht sogar ein bisschen neidisch gemacht! Bis nächsten Monat.
Schöne Grüße aus dem schönen Kelowna,
eure Nathalie
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