11. November, 2010 von Hilke

Die Gewinner mit den preisgekrönten Entwürfen: blauer Couchtisch und Apfelschrank. Foto: Hagemeister
"Und der Gewinner ist ..." Dr. Mark Fleischhauer von der Uni Dortmund zieht an einem der blauen Laken. Darunter kommt ein Tisch hervor. Ein kleiner, blauer Couchtisch.
Daisy Kramarczyk schlägt sich die Hände vor den Mund. Das ist ja ihr Entwurf. Die 15-jährige Schülerin vom Ricarda-Huch-Gymnasium in Hagen kann es kaum fassen.
Beim Schüler-Recyclingdesign-Wettbewerb im Rahmen des Projekts „Wohn-Vision-2020“ hat ihr Design-Entwurf gewonnen.
Ein quietschgrüner Apfelschrank
Nur wenige Minuten später steht sie nicht mehr allein da mit ihrer Überraschung. Wieder ist ein Tuch zu Boden gefallen und wieder schüttelt eine Schülerin ungläubig den Kopf.
Dieses Mal ist es Stefanie Scholz vom Stadtgymnasium in Dortmund. Die 14-Jährige hat einen mannshohen, quietschgrünen Schrank in Form eines Apfels entworfen. und jetzt steht er dort vor ihr. Fachmännisch und detailgenau gebaut - als Geschenk für ihr Zimmer zum Abtransport bereit.
"Ich esse gerne Äpfel. So ist irgendwie die Idee zu diesem Design entstanden." Stefanie steht ganz perplex mitten in der Berswordt-Halle gegenüber dem Dortmunder Rathause, im festlichen Ambiente der Preisverleihung.
Das Publikum applaudiert, die Freunde recken die Daumen in die Höhe. Und schon stehen die Jung-Designer neben ihren Objekten und lächeln in die Kamera. Fotos für die Ewigkeit.
Neue Möbel aus alten Materialien
Mit diesem Wettbewerb möchten das Institut für Umweltformschung der TU Dortmund und die Firma "ecomöbel", die aus einem Uni-Projekt heraus entstanden ist, Jugendliche zur Kreativität anregen.
Unter der Marke "ecomoebel" entwerfen namhafte Designer neue Wohnmöbel aus alten Materialien. Sperrholzplatten, Transportkisten und andere Werkstoffe werden für die kultigen Designs recycelt. Werkstätten im ganzen Ruhrgebiet setzen die Entwürfe schließlich um.
105 Schülerinnen und Schüler der 7. bis 12. Jahrgangsstufe haben sich mit ihren Skizzen am Design-Wettbewerb beteiligt. Die Skizzen der Nachwuchs-Designer sind ebenso wie die Entwürfe der Profis noch bis zum 19. November in der Berswordthalle zu sehen.
www.zweitsinn.de
Von Hilke Hagemeister
Tags:
Design,
Dortmund,
ecomoebel,
Recycling,
UniKategorien:
Kultur,
Kunst
07. Juni, 2010 von redaktion

Das erste Kennenlernen und Flirten fällt an der Uni recht leicht. Foto: dpa
Ein langer Blick, ein kurzes Lächeln, vielleicht ein zartes „Hallo“: So fangen Flirts oft an. Auf dem Campus gibt es dazu jede Menge Gelegenheiten. Dort tummeln sich viele Menschen gleichen Alters mit verwandten Interessen.
„An der Uni ist die Wahrscheinlichkeit, einen Partner zu finden, sehr hoch“, sagt der Sozialpsychologe Prof. Manfred Hassebrauck von der Uni Wuppertal. „Für eine Partnerschaft ist es von Vorteil, wenn die Einstellungen und Wertvorstellungen zueinander passen.“ Das trifft oft auf Kommilitonen zu, die das gleiche Fach wie man selbst studieren.
Idealer Ort zum Flirten
Nicht nur deshalb gelten Hochschulen als idealer Ort zum Flirten: „Allein der Umstand, dass man sich immer wiedersieht, macht das Kennenlernen einfacher“, erklärt Hassebrauck, der ein Buch über die Liebe geschrieben hat.
Für ihn ist die Uni eine prima Kontaktbörse. „Ich lerne den anderen in einer unverkrampften und unverbindlichen Situation kennen.“ Anders als abends in der Kneipe besteht kein Zeitdruck, andere noch schnell anzusprechen, bevor er oder sie wieder geht.
Wer sich in einer Vorlesung verliebt, kann ziemlich sicher sein, den anderen jede Woche zur selben Zeit wiederzusehen.
Tipps fürs erste Treffen
Flirttrainerin Nina Deißler aus Hamburg gibt Tipps fürs erste Kennenlernen: „Jemanden in der Bibliothek oder der Vorlesung immer nur anzuschmachten und dann wegzuschauen, wenn der andere guckt, das bringt nichts.“
Stattdessen sollte der Blickkontakt gehalten werden. Was außerdem gut ankommt: Lächeln! Schüchternen empfiehlt Deißler einen kleinen Trick: „Wer Angst vor Fremden hat, muss sich nur vorstellen, dass man die andere Person schon kennt.“ So ließen sich Hemmungen überwinden, jemanden anzusprechen.
Das erste Ansprechen ist an der Uni meist einfacher als anderswo. Immerhin verrät allein die Vorlesung, die jemand besucht, schon viel über die Person: Was studiert der andere, ist er oder sie eher am Anfang oder am Ende des Studiums? Dadurch gibt es viele Fäden, die im Gespräch aufgenommen werden können.
So könne man die andere Person fragen, ob er oder sie schon ein Seminar des Dozenten besucht hat, rät Flirttrainerin Deißler. Wenn Prüfungszeit ist, kann man auch vom Lernstress erzählen und fragen, wie der andere damit umgeht.
Den Kontakt vertiefen
Ist der erste Anlauf gemacht, bietet die Uni viele Möglichkeiten, den Kontakt zu vertiefen. In Leipzig sind zum Beispiel die Partys in der Moritzbastei beliebt, sagt Simon Feldkamp von der dortigen Universität.
Im großen Keller im Univiertel finden regelmäßig Hochschulfeten statt. „Aber auch bei privaten WG-Partys lernen sich viele kennen“, sagt Feldkamp.
Amelie Altenbuchner von der Studentenvertretung der Universität Regensburg empfiehlt, sich in studentischen Gruppen umzuschauen. „Unipartys eignen sich eher nicht dafür, jemanden ernsthaft kennen zu lernen“, meint sie. Dort fänden sich allenfalls Partner für eine Nacht.
In Studenten- und Lerngruppen treffen dagegen Kommilitonen mit gleichen Interessen aufeinander - und finden dann womöglich auch zueinander. Ein Vorteil von kleineren Unistädten wie Regensburg: „Die Altstadt hier hat eine hohe Kneipendichte und ist wie ein Dorf. Dort trifft man auch Leute aus den Hörsälen wieder.“
So kann es passieren, dass sich Studenten eher zufällig zu einer Art erstem Date treffen, ohne vorher groß grübeln zu müssen, wann und wo ein solches Treffen stattfinden sollte. Das macht beide Seiten entspannt und locker - eine gute Voraussetzung, um sich kennen zu lernen.
Gute Chancen auf Erfolg
Sozialpsychologe Manfred Hassebrauck sieht hierin auch einen Unterschied zum späteren Flirt am Arbeitsplatz. „Anders als mit 30 oder 40 denkt man mit Anfang 20 noch nicht an Familie und Kinder“, sagt er.
Das entkrampfe das Kennenlernen, weil das Gegenüber nicht sofort nach dem idealen Familienvater oder der Frau fürs Leben sucht. „Außerdem ist der Pool derjenigen, die man kennenlernen kann, mit Anfang 20 größer“, sagt Hassebrauck. Im Studentenalter gibt es genug Leute, die noch nicht fest vergeben sind. Ein Flirt hat an der Uni deshalb gute Chancen auf Erfolg.
Von dpa
Tags:
Flirten,
Kennenlernen,
UniKategorien:
Gefühle,
Liebe
28. Dezember, 2009 von redaktion

Studieren in der Provinz kann auch seine Vorteile haben. Foto: dpa
Das Studium ist für viele Schulabgänger der große Schritt in die Freiheit: Fern von zu Hause wollen sie ihre neue Eigenständigkeit auskosten.
Die Metropolen bieten dafür ein buntes Nachtleben. Wenn das Studium dagegen nach Bad Homburg statt nach Hamburg führt, ist das oft erstmal ein Kulturschock: Statt der Großen Freiheit erwartet einen die große Langeweile.
Lohnen kann sich der Schritt trotzdem. Und manchmal dürften Studenten entdecken, dass es sich in der Provinz sogar viel besser leben und lernen lässt.
Kleinere Studienanfängerzahl
„Die Teilnehmerzahl in den Vorlesungen und Seminaren ist aufgrund der kleineren Studienanfängerzahl geringer“, nennt Elisabeth Kohl vom Studierendenrat der TU Ilmenau einen der Vorteile kleinerer Unis. Ilmenau klingt zwar nicht so flippig und cool wie Berlin, Hamburg oder Köln.
Dafür ist dort alles überschaubar, und Erstsemester finden schnell Kontakt zu Kommilitonen. Denn statistisch gesehen müssten sie an jeder Ecke einem Studenten begegnen: Im 25 000-Einwohner-Städtchen am Rand des Thüringer Waldes lernen rund 6400 Hochschüler.
Ein weiterer Pluspunkt von Kleinstädten: Das Leben ist nicht so teuer. „Generell sind in der Provinz die Lebenshaltungskosten niedriger“, erläutert Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.
Der geringere finanzielle Druck erleichtere das Studium, wodurch Hochschüler mitunter schneller fertig werden. Das Studentenwerks Tübingen sieht das ähnlich: „Nach unserem Eindruck konzentrieren sich die Studierenden an kleineren Hochschulstandorten mehr auf ihr Studium“, sagt Sprecherin Isabel Schulz.
Die Wege sind kurz
Dazu dürfte auch der enge Kontakt zum Lehrpersonal beitragen. „Die Wege hier sind sehr kurz - wenn man eine Frage oder ein Problem hat, kann man direkt auf die Dozenten zugehen“, erzählt Kohl, die an der TU Ilmenau Medienwirtschaft studiert.
Mit 21 000 Studenten ist die Uni Marburg zwar weitaus größer, aber auch hier geht es noch persönlich zu, wie Sprecher Hellmuth Graßmann findet: „Die Lehrenden haben einen engen Kontakt zu den Studierenden und stehen immer mit Rat und Tat zur Seite. Man kennt sich eben.“
An den Massen-Unis der Großstädte kennen viele Dozenten ihre Prüflinge dagegen kaum. Vorlesungen und Seminare quellen vor Teilnehmern über - die Bilder von Studenten, die aus Platzmangel auf dem Boden sitzen müssen, sind nicht erst seit dem jüngsten Bildungsstreik bekannt.
Bamberg, Greifwald, Aachen
Im Stadtbild der Großstädte gehen Studenten außerdem eher unter. In kleineren Regionen wie Bamberg, Greifswald oder Aachen prägen die jungen Menschen die Regionen mit. „Die Angebote der Stadt richten sich auf die Studenten aus“, sagt Marburgs Stadtsprecher Rainer Kieselbach.
Ein Viertel von Marburgs 86 000 Einwohnern sind Studenten. Ähnlich studentisch geprägt ist das oberfränkische Bamberg: Von 69 000 Einwohnern sind rund 9000 Studenten.
Überhaupt trifft das langweilige Provinz-Image bei weitem nicht auf alle Kleinstädte zu. Kneipen, Konzerthallen, Fitness-Studios - darauf müssen die Studenten nicht verzichten.
Wo junge Menschen sind, entsteht eine entsprechende Infrastruktur. Vielleicht gibt es nur zwei und nicht zehn Kinos wie in den Metropolen - dafür haben viele deutsche Kleinstädte ansehnliche Ortskerne. „Die Bamberger Universität liegt inmitten des Weltkulturerbes, das Welterbe ist praktisch unser Campus“, sagt Rainer Schönauer, Sprecher der Uni Bamberg.
Doch ein Umzug in die Pampa hat auch Schattenseiten. „Ilmenau ist nicht gerade eine Metropole, deshalb ist die verkehrstechnische Anbindung an die Stadt ausbaufähig“, findet Studentin Elisabeth Kohl. Eine Stunde dauert es mit der Bahn, um in die rund 40 Kilometer entfernte Landeshauptstadt Erfurt zu gelangen.
Ähnlich dürfte es Studenten in vielen kleinen Unistädten gehen. Auch wer einen Kindergarten braucht oder ins Studentenwohnheim will, wird an Provinz-Unis eventuell enttäuscht. Was an großen Universitäten zur Grundausstattung gehört, ist an kleinen Standorten nicht immer zu haben.
Außergewöhnliche Studiengänge
Dafür bieten viele Provinz-Hochschulen außergewöhnliche Studiengänge an. Denn wenn sie schon nicht mit den Reizen einer großen Metropole werben können, müssen andere Vorzüge her.
So lockt Trier mit dem geowissenschaftlichen Studiengang „BioGeo-Analyse“, und die Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo bietet einen Bachelor in „Technologie der Kosmetika und Waschmittel“ an.
Von dpa
Tags:
Provinz,
Studieren,
UniKategorien:
Und sonst noch,
Uni,
Zukunft
11. Dezember, 2009 von redaktion

In Schale geworfen: Der Bund zeichnete Studenten der Uni Münster aus. Foto: Petersen
Professor Klaus Schubert vom Institut für Politikwissenschaft sitzt in der ersten Reihe und lächelt selig. Denn auf der Bühne der Aula des Schlosses stehen am frühen Dienstagabend viele seiner Studenten, die eine Aus-zeichnung erhalten.
Es sind die Macher des studentischen Wissenschaftsmagazins „360°“, die vom Bund als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ geehrt werden.
Die Studenten haben sich in Schale geworfen: Die Männer tragen dunkle Anzüge, viele der Frauen das „kleine Schwarze“. In der ersten Reihe sitzen Marianne Ravenstein, die Prorektorin für Lehre und studentische Angelegenheiten der Uni Münster, außerdem Bürgermeister Holger Wigger und Andreas Hölter von der Deutschen Bank.
Start in einer Studenten-WG
Er wird später den Preis überreichen, denn die Deutsche Bank gehört zu den Kooperationspartnern der Bundesregierung bei der Initiative „Land der Ideen“.
Ravenstein beglückwünscht die Studenten zu ihrer Leidenschaft und Kreativität, Wigger sieht die Bedeutung der Wissenschaft für die Stadt Münster bestätigt. Eines erzählen beide: Dass es mit 360° vor vier Jahren in einer Studenten-WG im Süden Münsters losgegangen sei. Dominic Schwickert und Stephan Collet hatten die Nase voll davon, dass hervorragende Hausarbeiten für die Uni einfach so in der Schublade verschwanden. Die Idee zu 360° war geboren.
Wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlichen
Eine Zeitschrift sollte es sein, in der Studenten ihre wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlichen können. Mittlerweile sind acht Ausgaben zu verschiedenen Oberthemen wie „Krieg und Frieden“ oder wie in der letzten Ausgabe „Leitbild Nachhaltigkeit“ erschienen.
Die Geschichte des Magazins ist eine Erfolgsstory. Die Ausgaben verkaufen sich in ganz Deutschland, die Redaktion ist auf 30 Redakteure angewachsen, Redaktionsstandorte in Berlin, Freiburg und Hamburg haben sich gegründet.
Auch Preise hat es schon gegeben. 2007 zeichnete die Uni Münster 360° mit dem Studierendenpreis aus, ein Jahr später folgte der Studentenwerkspreis und dieses Jahr nun die Auszeichnung als ausgewählter Ort im „Land der Ideen“.
„Dass wir jedes Jahr einen Preis erhalten, das kann so weitergehen“, scherzte der Marburger Florian Held vom Vorstand des Magazins in seiner Dankesrede.
Von Volker Petersen
Tags:
360°,
Münster,
Studenten,
UniKategorien:
Uni,
Zukunft