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Ice Ice Baby!

12. April, 2010 von carinalapsien

In moderner Bearbeitung zeigten junge Tänzer "Die Schneekönigin". Foto: Theater im Depot

In moderner Bearbeitung zeigten junge Tänzer "Die Schneekönigin". Foto: Theater im Depot

Immer mehr Jugendliche verschwinden einfach. Von einem Tag zum anderen sind sie wie verschollen und niemand weiß, wohin.

 Die Gründe sind zahlreich und doch bemerkt man erst später die kleinen Anzeichen, die im Alltag so winzig erschienen, die darauf hindeuteten, wie unglücklich jemand ist.


Mit dem Thema des Verschwindens von Jugendlichen setzt sich momentan die Theater- und Tanzwerkstatt des Theaters im Depot Dortmund in der Neuauflage des Märchens „Schneekönigin“ auseinander.

„Ice Baby“ beschreibt das Verschwinden eines scheinbar ganz normalen Jugendlichen - und die verzweifelten Versuche seines Umfeldes ihn wieder zu finden.

 

Fragen über Fragen nach dem Verschwinden

 

Worin liegen die Gründe, dass jemand einfach wegläuft? Wo waren die Anzeichen? Und wie kann man jemanden wieder finden?

All diese Fragen haben sich die jungen Laienschauspieler mit Regisseurin Cordula Hein und Choreographin Birgit Götz gestellt.

Durch einen Aufruf in der Zeitung entstand die Gruppe der Darsteller, die alle selbst zwischen 16 und 23 Jahren sind, und die Idee zur Aufführung entwickelte sich mit der Gruppe und deren Ideen.

Tanzabfolgen und monotone Sprechszenen wechseln sich ab und beleben so das triste Thema der Darbietung. Verzweiflung und Machtlosigkeit beherrschen die Jugendlichen, die den verschwundenen Kai kannten und nun ohne ihn da stehen.


Wandlung und Einsicht


Die Gleichgültigkeit einiger Mitschüler wandelt sich während des Stückes in Mitleid und Einsicht, denn erst als Kai weg ist, merken sie, wie viele Gründe und Anzeichen es für ihn gab, sein Zuhause zu verlassen. Stress in der Schule, mit der Familie und mit Freunden – all diese Faktoren belasten die Jugendlichen heutzutage.


Die Darbietung der Jugendlichen ist eine neue und abstrakte Darstellung des bekannten Märchens der Schneekönigin. Es machen sich mehrere Leute auf die Suche nach dem Verschwundenen und die Thematik des Verschwindens wird in die Gegenwart verlagert, so dass das Stück einen aktuellen Bezug zu Geschehnissen unseres Alltags bekommt.

Durch Musik- und Tanzbegleitung wirkt das Stück sehr jung und aufgeweckt und beschäftigt sich doch mit dem Gefühl, das viele Jugendliche heutzutage dazu bewegt einfach wegzulaufen.


Mehr Verantwortung übernehmen


Das Jugend-Tanztheater zeigt, dass jeder etwas mehr Verantwortung für seine Mitmenschen tragen sollte und die Zeichen, die jemand sendet, feinfühliger betrachten sollte, denn erst wenn jemand weg ist, merkt man, wie sehr er fehlt.


Von Carina Lapsien

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Kategorien: Freunde, Gefühle, Kultur, Kunst


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