Wechseln statt aussteigen
17. September, 2010 von redaktion

Wer im Studienfach unglücklich ist, sollte den Wechsel gut bedenken. Foto: dpa
Ingenieure und Informatiker sind in Deutschland Mangelware - gerade in diesen Fachbereichen brechen viele ihr Studium aber ab. Ein Ausweg kann ein Wechsel in ein verwandtes Fach sein.
Ihn dürften Studenten aber nicht überstürzen, warnt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Berlin. Vielmehr sollten unzufriedene Studenten sich Zeit für eine Orientierungsphase nehmen, um eine passende Alternative zu finden. „Man sollte nicht aus Not blind in das nächste Fach reinstolpern.“
Fast jeder vierte Student in Deutschland bricht sein Studium ab. So ist die Abbrecherquote laut dem dritten Bildungsbericht von Bund und Ländern im Jahr 2008 auf 24 Prozent gestiegen. Zwei Jahre zuvor waren es erst 21 Prozent. Hohe Abrecherquoten gab es dabei in der Vergangenheit vor allem in Technikfächern.
Tipps zum Fachwechsel:
NACHVERWANDTEN FÄCHERN UMSCHAUEN: Technik-Fächer gibt es heute in etlichen Varianten. Denn im Zuge der Bachelor-Umstellung sind immer mehr Spezial- und Schnittstellenfächer entstanden. So ist die Wirtschaftsinformatik eventuell eine Alternative für Studenten, denen die klassische Informatik zu technisch ist. War Maschinenbau die falsche Wahl, ist womöglich Umwelt- oder Chemieingenieurwesen die richtige.
BAFÖG-ANSPRUCH SICHERN: Bei einem Fachwechsel müssen Studenten aufpassen, dass sie ihren Bafög-Anspruch nicht verlieren. Bei einem Wechsel bis zum Beginn des vierten Fachsemesters werden Studenten weiterhin gefördert, wenn sie einen wichtigen Grund nennen können.
Bis zum Beginn des dritten Semesters wird dabei davon ausgegangen, dass es einen solchen Grund gibt. Als solcher wird etwa eine mangelnde Eignung für das Fach anerkannt, nicht aber schlechte Berufsaussichten, wie das Bundesbildungsministerium in einem Merkblatt erläutert. Bei einem Wechsel nach dem Beginn des vierten Fachsemesters ist es deutlich schwieriger, den Anspruch auf die Förderung aufrecht zu erhalten.
RECHTZEITIG DIE REISSLEINE ZIEHEN: Studenten müssen rechtzeitig reagieren, wenn sie in ihrem Fach nicht zurecht kommen. Andernfalls verlängern sie ihr Elend nur. Laut DSW-Sprecher Stefan Grob ist es Zeit für einen Wechsel, wenn Studenten sich nach den ersten zwei Semestern noch nicht in ihrem Fach zu Hause fühlen. Dann sollten sie prüfen, ob sie ihre bisherigen Leistungen in einem verwandten Fach anrechnen lassen können. Auf diese Weise verlieren sie bei einem Wechsel weniger Zeit.
Von dpa
Tags: Fachwechsel, StudentenKategorien: Uni, Zukunft




