24. Oktober, 2011 von redaktion

Blick ins Zentrum von Sao Paulo. Hier war die Dortmunder Schülerin Lea bei ihrem Brasilien-Austausch zu Gast. Foto: dpa
Die 16-jährige Lea blickt begeistert auf ihren Brasilien-Austausch zurück. Jugendredakteurin Alina Katzele sprach mit ihr und erfuhr, wie es ist, sich zu trauen.
Lea, dieser Austausch war ein besonderes Angebot deiner Schule. Wo genau ging’s hin und wie lange?
Ich war fünf Wochen in Sao Paulo in einer Gastfamilie und habe anschließend mit anderen deutschen Austauschschülern eine zweiwöchige Rundreise gemacht.
Hast du deine Gastfamilie schon vorher kennengelernt?
Die Tochter meiner Gastfamilie war im letzten Jahr schon bei mir zum Austausch, aber die Familie kannte ich noch nicht. Wir hatten mal geskypt und telefoniert, uns aber noch nie gesehen.
Haben dich Freunde begleitet, die auch diesen Austausch gemacht haben?
Ja – viele aus meiner Stufe haben bei anderen Gastfamilien gelebt.
Konntest du schon portugiesisch sprechen?
Eigentlich gar nicht, aber ich habe vor dem Austausch mit einer Freundin einen Crash-Kurs gemacht, wo ich grundlegende Wörter und Sätze gelernt habe.
Kannst du es jetzt fließend?
Auf keinen Fall! Ich spreche eher ein „Stammel-Portugiesisch‘‘. Aber verstehen kann ich es relativ gut. Viele Worte lassen sich auch aus dem Französischen ableiten, wenn man sich erst mal an den Klang der Sprache gewöhnt hat.
Wie war dein erster Eindruck in Brasilien?
Allein der Flughafen in Sao Paulo hat mich überwältigt. Sao Paulo ist eine Millionenstadt – die größte Brasiliens. Dann die vielen Hochhäuser, der unheimliche Verkehr ... das alles war sehr ungewohnt. Aber beeindruckend!
Wie war dein Tagesablauf, bist du dort zur Schule gegangen?
Als ich dort ankam, hatten die Brasilianer noch zwei Wochen Winterferien, bei 25 bis 30 Grad! Mit Amanda, der Tochter meiner Gastfamilie, habe ich auf einer kleinen Insel Urlaub gemacht. Danach bin ich zwei Wochen zur Schule gegangen, wo wir interessante Projekte hatten.
Hat deine Gastfamilie sich um dich gekümmert oder warst du auf dich allein gestellt?
Im Gegenteil, ich war nie alleine. Die meiste Zeit habe ich mit Amanda verbracht, wir haben aber auch viel mit anderen Brasilianern und deutschen Austauschschülern unternommen.
Fandest du die Menschen dort sympathisch, konntest du schnell Kontakt finden?
Ja! Die Brasilianer sind viel sympathischer als die „spießigen Deutschen“. Sie sind unglaublich freundlich und herzlich, man wird offen und direkt angesprochen.
Hast du neue Freunde gewonnen, mit denen du jetzt noch in Kontakt bist?
Auf jeden Fall, wir schreiben uns oft.
Und Heimweh? Hast du deine Familie vermisst?
Ich persönlich gar nicht, die Zeit verging viel zu schnell! Die neuen Erfahrungen, die Menschen.
Wie war es für dich, wieder nach Hause zu kommen, hast du dich schnell wieder eingelebt?
Ich vermisse Brasilien schon sehr. Für 2014 ist allerdings ein Wiedersehen mit allen geplant.
Was vermisst du am meisten an deinem Leben in Brasilien?
Meine Gastschwester Amanda. Zu ihr habe ich ein sehr enges Verhältnis.
Was würdest du uns mit auf den Weg geben?
Macht es, macht es, macht es! Es ist eine so tolle Erfahrung, das neue Land, die andere Kultur, die Menschen. Es ist eine einmalige Chance, die man auf keinen Fall verpassen sollte!
Von Alina Katzele
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20. Juli, 2011 von kirsten

Leslie Schwartz zu Gast in der Realschule im Kreuzviertel.
"Ich sollte nicht leben. Es ist ein Fehler. Ich wurde am 12. Januar 1930 geboren.
Ich bin ein Jude. Dreimal schon sollte der Tod mich ereilt haben.
Die Gründe, warum ich die Hölle überlebt habe, sind in dem Verlangen zu sehen, meine Geschichte zu erzählen. Ich hatte Alpträume. Ich dachte, wir alle wären tot und ich könnte nichts berichten. Dann hätte niemand von den Ereignissen erfahren.
Nun bin ich 80. Mein Name ist Leslie Schwartz.
Wenn ich meine Geschichte erzählen will, so muss es jetzt sein, jetzt bleibt mir noch Zeit."
(Leslie Schwartz; Überlebender des Holocausts)
Dieses Zitat von Leslie Schwartz ist ein Auszug aus seinem Buch: „Durch die Hölle von Ausschwitz und Dachau: Ein Junge kämpft um sein Überleben“
Anfang Juli hatte die Realschule im Kreuzviertel einen Gast der ganz besonderen Art. Leslie Schwartz, einer der letzten Überlebenden des Holocausts kam, um seine Über-Lebens-Geschichte dem 9. Jahrgang zu erzählen. Nach einem kurzen Radiobeitrag über seine Person, sahen die Schülerinnen und Schüler eine Aufnahme einer bewegenden Lesung seines Buches „Durch die Hölle von Ausschwitz und Dachau: Ein Junge kämpft um sein Überleben“:
Im Zug nach Auschwitz
Leslie Schwartz, geboren in Ungarn, hat wie viele andere jüdische Gefangene in einem Zug nach Auschwitz gesessen. „Obwohl wir uns fremd waren, gehörten wir doch zusammen.“ Er war 14 Jahre alt, als er von seiner Familie getrennt wurde und so auf sich allein gestellt war. „Ich fand es unmöglich und unvorstellbar, dass die anderen Kinder in einer der Baracke spielten und lachten. Ich stand bei den Erwachsenen und bangte um mein Leben.“ Wegen genau dieser Vorsicht gab er sich älter aus, als er war. In wenigen Sekunden wurde er drei Jahre älter! Viele Schüler fanden diese Kraft zur schnellen und richtigen Handlung, trotz der Angst sehr eindrucksvoll. Dennoch wurde er zu den Kindern gewiesen und nur durch großes Glück gelang er nach Dachau, wo er Zwangsarbeit vollrichten musste. In diesem KZ gab es den blockältesten Juden Christof Ludwig Knoll, der wegen seiner Brutalität gegenüber seinen Glaubensbrüdern bei den Nazis ein besonders hohes Ansehen erlangte. Leslie Schwartz musste ihm die Finger-und Fußnägel schneiden. Seine Familie hat er nie wieder gesehen. Für die Zuhörer der 9. Klasse eine unfassbare Vorstellung.
Zuflucht auf einem Bauernhof
Der Krieg neigte sich dem Ende, und einige Soldaten ließen die jüdischen Gefangenen unter anderem Leslie Schwartz frei. Der auf sich allein gestellte Junge, der nur noch 35 kg wog, flüchtete mit drei weiteren Jungen zu einem nah gelegenen Bauernhof. Die Bauersfrau, Babara Huber, die ihn sah, hatte großes Mitleid und gab ihnen eine Scheibe Brot mit Butter und ein Glas Milch. „Noch heute sehe, rieche und schmecke ich das Brot und die Milch.“ Für die Hitlerjugend jedoch war das Kriegsende nicht begreifbar, und so musste Leslie Schwartz vor einem fast gleichaltrigen Soldaten flüchten. Er weiß noch heute nicht, woher er die Kraft nahm, erzählt der alte Mann mit ergriffener Stimme. Er erlitt einen lebensbedrohlichen Durchschuss im Nackenbereich und wurde erneut gefangen genommen. Nach zwei schmerz- und angsterfüllten Tagen konnte er von Amerikanern aus einem Zug befreit werden. Leslie Schwartz kam nach der Befreiung bei amerikanischen Verwandten unter.
In der Aula der Realschule herrschte Totenstille. Auf vielen Gesichtern spiegelt sich Fassungslosigkeit wieder, obwohl die meisten Schüler über den Holocaust und der dunklen Zeit Deutschlands informiert sind. Ein Junge fragt Leslie Schwartz, ob sein Glauben an Gott im KZ verloren gegangen sei? Das sei eine interessante Frage, antwortet Leslie Schwartz. Er zitiert: „God died in Ausschwitz“. Was könnte dies bedeuten, fragen sich die Schüler? Womöglich hat Gott die Menschen in den KZs verlassen. Oder ist sogar in dieser Zeit gestorben. Vielleicht haben ihn ja auch die Menschen mit ihrem Handeln verlassen.
Angst vor Dr. Mengele
Warum er sich älter ausgegeben hat, als er war, möchte eine andere Schülerin wissen. Leslie Schwartz erklärt, dass ein Gefühl ihm sagte, dass dies ihm helfen würde sich vor Dr. Mengele zu schützen. Dr. Mengele führte im 2. Weltkrieg viele menschenverachtende und qualvolle Experimente mit ungeborenem Leben, mit schwangeren Müttern und mit wenig Tage alten Kindern. Für die Schülerschaft stellt sich nun die Frage, ob es dann mit der Moral vereinbar ist auf die medizinisch wissenschaftlichen Erkenntnisse der damaligen Versuche zurück zugreifen? Verbietet das nicht der Respekt vor den Opfern? Oder ist es richtig, kranken Menschen mit solchen Daten zu helfen?
Gelernt zu verzeihen
Während die Schüler dem Zeitzeugen Fragen stellen, scheint Leslie Schwartz immer leicht zu lächeln. Für die Zuhörenden so scheint es, sei er ein sehr gütiger Mann, der gelernt hat zu verzeihen. Leslie Schwartz meint dazu „Es ist gut für meinen Geist, jungen Menschen meine Erfahrung weiter zugeben. Es ist wie eine Therapie.“ Auch zwei Frauen, mit denen er schon lange Zeit befreundet ist, stimmen dem zu. „Wir haben zusammen eine Reise quer durch Amerika gemacht. Und er hat uns nie etwas von dieser dunkeln Seite seines Lebens erzählt. Erst jetzt erfahren wir, was er durchgemacht hat.“ Es ist das erste Mal, dass sie bei einer seiner Lesungen dabei sind. Zutiefst berührt sind sie von der Kraft und der Stärke ihres Freundes. „Mit dem Buch, den Lesungen und der Reise zurück an die schrecklichen Orte scheint er das Erlebte nun langsam zu verarbeiten-als ob er alles noch einmal erleben möchte um es richtig zu einzuordnen.“
Alte Bilder und Briefe
Vielleicht war gerade dies der Grund, warum Leslie Schwartz der 9c alte Bilder und Briefe aus der Zeit dem KZ zu zeigen. Er erzählte in einem lebendigen Englisch-Deutsch Mix unter anderem auch von der Verleihung einer Ehrenmedaille des Bürgermeisters in Poing, einer Gemeinde nahe München. Besonders stolz ist er auf das Foto von ihm, John Malkovich und Veronica Ferres, die in der Verfilmung des Buches von Marga Spiegel eine der Hauptrollen besetzte. Auch Leslie Schwartz wünscht sich, dass sein Buch verfilmt wird. Im August sollen die Dreharbeiten anfangen, bei denen auch John Malkovich mit wirken wird. Veronika Ferres spielt in diesem Film die Rolle der Ehefrau eines Nazis in München. Marga Spiegel kennt Leslie Schwartz schon länger, da er sich sehr für die Schicksalsschläge der Juden hier in Münster interessiert.
Leslie Schwartz ist ein besonderer Mann, der es sich, trotz hohen Alters, zur Aufgabe gemacht hat seine Erfahrungen und seine Geschichte an junge Leute weiter zu geben: Damit so etwas wie der Holocaust nie wieder passiert! Und genau dieser Aufgabe stellen sich auch die Schüler und Schülerinnen der Realschule im Kreuzviertel.
Anna Niesing & Michelle Wesche
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Und sonst noch
07. März, 2011 von redaktion

Bei der Konferenz im Ratssaal vertraten die Schüler verschiedene Nationen. Foto: Menne
Die erste Model-United-Nations-Konferenz (kurz MUN) im Ruhrgebiet hat in diesem Jahr am Leibniz-Gymnasium stattgefunden.
Model United Nations? Vermutlich werden sich viele Leser fragen, was das eigentlich ist. Gut, das habe ich am Anfang auch getan. Der Begriff hört sich kompliziert an, ist er aber gar nicht. Diese Konferenz ist ein von Schülern nach dem Vorbild einer richtigen UN-Konferenz gestaltetes Planspiel.
Schüler aus ganz Deutschland
Die Schüler aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus dem näheren Ausland, nehmen die Rolle eines Delegierten aus einem vorher festgelegten Land ein und versuchen dann in verschiedenen Komitees, Lösungen für Probleme zu finden. Das ganze findet auf Englisch statt.
Was daran so spannend sein soll, fragt ihr euch? Nun ja, es ist einfach ein riesiger Spaß, mit anderen für manchmal wirklich knifflige Probleme Lösungen zu finden und diese auch so zu formulieren, dass alle Delegierten bzw. anwesenden Länder zufrieden sind. Das Englische verstärkt den Eindruck einer richten UN-Konferenz genauso wie der formale Dresscode.
Nächstes Mal als Delegierte dabei
Ich war zwar selber „nur“ bei der internen Zeitung der Konferenz tätig, werde aber bei der nächsten MUN-Konferenz auf jeden Fall als Delegierte teilnehmen. Fragt doch auch mal eure Englisch-Lehrer, ob sie schon einmal etwas von MUN gehört haben – und ansonsten erklärt es ihnen.
Vielleicht bieten sie sich ja an, euch zu betreuen, und ihr könnt auch einmal teilnehmen. Wie wär’s damit?
Von Lina Jankowski
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04. Februar, 2011 von Hilke
Schule braucht Zeit. Und Zeit muss eingeteilt werden. Und damit ihr immer wisst, was zu welcher Stunde ansteht, gibt's die neuen Schulticker-Stundenpläne zum Runderladen. Sogar in zwei Versionen, bitte zugreifen:
Stundenplan für Jungs
Stundenplan für Mädchen
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29. September, 2010 von annedeventer

Jasmin, Katharina, Stefanie, Christina und Alexandra von der Fridtjof-Nansen-Realschule in Castrop-Rauxel vergleichen ihre Zeugnisse. Foto: dpa
Bist du der verrückte Klassenclown, der fleißige Streber oder doch nur ein ganz normaler Schüler? Finde es heraus – mit unserem (nicht ganz so ernst gemeinten) Psychotest!
Beantworte einfach folgende Fragen:
1. Warum gehst du zur Schule?
a) Um die neuesten Scherzartikel an den Lehrern auszuprobieren.
c) Ich möchte lernen, Freunde treffen, Spaß haben.
b) Um zu lernen natürlich. Man lernt nicht nur für die Schule, sondern für das Leben.
2. Welches ist dein Lieblingsfach?
c) Geschichte, Sport, Kunst
a) Pause :-)
b) Ich mag jedes Fach!
3. Wie bereitest du dich auf kommende Klausuren vor?
a) Gar nicht, wird schon schief gehen. Mein Spicker hilft immer.
c) Ein bisschen lernen und ein paar Aufgaben durchgehen.
b) So viel Zeit wie möglich mit Lernen verbringen, alle Aufgaben mehrmals durchgehen.
4. Was machst du nach der Schule?
b) Lernen. Und natürlich die Hausaufgaben anfertigen.
a) Ich treffe mich mit meinen Freunden, gehe ins Kino etc. - Hauptsache man kann sich irgendwie vor den Hausaufgaben drücken!
c) Eine gesunde Mischung aus Hausaufgaben, Freunde treffen, Internet..
5. Wie fühlst du dich am Tag der Zeugnisvergabe?
c) Gut. Zwar sind nicht alle Noten super, aber Hauptsache es gibt endlich Ferien.
a) Ich freue mich über die Ferien und habe Angst vor den schlechten Noten und den vielen Fehlstunden auf dem Zeugnis ...
b) Der Tag ist für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
Auswertung: Zähle nun deine gewählten Buchstaben zusammen. Der Buchstabe, den du am häufigtsen gewählt hast, zeigt dir, was für ein Typ Schüler du bist!
Hast du am häufigsten a) gewählt, dann...
... bist du der verrückte Klassenclown. Du bringst immer alle Mitschüler zum Lachen und bist sehr beliebt. Allerdings leiden deine schulischen Leistungen darunter, dass dein Kopf voller Streiche ist, anstatt voller Vokabeln oder Formeln. Tipp: Der Klassenclown zu sein, ist immer aufregend und lustig, aber wenn die Noten auf der Strecke bleiben, ist das gefährlich. Streng dich etwas mehr an, dann kannst du ein gesundes Mittelmaß zwischen Spaß und Leistung erreichen.
Hast du am häufigsten b) gewählt, dann...
... bist du der fleißige Streber. Du verbringst jede freie Minute mit Lernen und hast immer die besten Noten. Deine Mitschüler reagieren aber oft neidisch auf deine schulischen Leistungen, was dir manchmal Sorgen bereitet. Tipp: Verbring' deine Freizeit doch etwas mehr mit deinen Freunden, anstatt mit den Schulbüchern, es gibt nicht nur Schule im Leben.
Hast du am häufigsten c) gewählt, dann...
... bist du der ganz normale Schüler. Herzlichen Glückwunsch! Du schaffst die perfekte Balance zwischen Schule und Freizeit. Immer weiter so, dann wirst du nicht nur weiterhin schulischen Erfolg haben, sondern dir durch deine vielen sozialen Kontakte auch emotionale Intelligenz aneignen.
Von Carina Lapsien und Anne Deventer
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24. August, 2010 von annedeventer

Berufswunsch: Natürlich Prinzessin! Foto: Deventer
Nächste Woche erleben wieder viele I-Männchen den ersten Schultag ihres Lebens und auch für die neuen Fünftklässler beginnt ein spannender Lebensabschnitt auf der weiterführenden Schule.
Ich erinnere mich noch genau an diese aufregenden ersten Tage in der Grundschule bzw. auf dem Gymnasium. Besonders gerne denke ich an die kindliche Naivität zurück, mit der man das Leben wahrnahm und sich die Zukunft ausmalte.
Ein sprechender Elefant als Vorbild
Inspiriert von Benjamin Blümchen, dem sprechenden Elefanten, der jeden Tag einen neuen Beruf ausübte, war man sehr phantasievoll: War Benjamin als Feuerwehrmann unterwegs, so wollten speziell die Jungs unbedingt später einmal Feuerwehrmann werden. Am nächsten Tag war dann mit der jeweiligen Kassette mal Schornsteinfeger, Koch, Kinderarzt oder gar Weihnachtsmann oberster Berufswunsch.
Genauso ideenreich gestaltete sich auch die eigene Freizeit: Man schlüpfte in die Rolle der Prinzessin oder sammelte die ersten Erfahrungen als „Mutter“ - wenn auch nur als Mama einer Puppe. Diese verhielt sich aber erstaunlicherweise immer recht ruhig und ließ uns Mädchen die (falsche) Annahme entwickeln, eine reale Mutterschaft sei ähnlich einfach.

Die Schultüte ist vollgepackt mit Erwartungen. Foto: Deventer
Freundschaften schließen? Kein Problem!
Die frühe Schulzeit beinhaltete oft Unterricht, in dem gemalt, gebastelt und gespielt wurde. Diese entspannte Atmosphäre führte zu dem Trugschluss, dass man unter Arbeitskollegen später genauso locker und ehrlich miteinander umgehen würde.
Die Kommunikation in der Grundschule war aber auch wirklich schön unbekümmert: „Möchtest du mein Freund sein?“ - „Na klar!“...Hatte man dann doch keine Lust mehr auf die Freundschaft, so konnte man sie ebenso leicht kündigen, wie man sie geschlossen hatte. Blieb hingegen die freundschaftliche Beziehung bestehen, so kannte diese keine Grenzen. Man teilte sich die Buntstifte und das Pausenbrot miteinander und lief nicht selten sogar händchenhaltend herum.
Angekommen in der Realität...
Ist man dem kindlichen Denken dann erstmal entwachsen, wirkt Freundschaft plötzlich etwas distanzierter und man merkt, dass es auch Menschen gibt, mit denen man sein Brot nicht gerne teilen möchte. Auch der Berufswunsch verfestigt sich mit der Zeit und ist meistens etwas realitätnaher als „Detektivin“ oder „Ritter“.
Hin und wieder ist es aber durchaus schön, nochmal Kind zu sein und sich seinen naiven Gedanken hinzugeben. Inspiration bekommt man übrigens ganz leicht: Einfach eine Benjamin Blümchen - Kassette anmachen und der Phantasie freien Lauf lassen. Denn so richtig erwachsen ist man doch nie...
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07. April, 2010 von redaktion
Ein Blick, ein Stich, und der Täter verschwand. Das geschah am 22.3.2010 am Robert-Bosch-Berufskolleg in Dortmund. Das Opfer hat überlebt, doch die Polizei fahndet nach dem Täter, der in einem Auto, das draußen von 2 Komplizen besetzt war, floh.
Die Polizei sprach mit vielen Zeugen, die den Täter auf Bildern identifiziert haben. Viele Freunde des Opfers sind erschüttert über die Tat und hoffen, dass der Täter schnell gefasst wird. So was passiert oft: Ein falscher Blick, und schon beginnt die Auseinandersetzung.
Doch so glimpflich wie in dieser Sache geht es nicht immer aus, es gibt manchmal sogar Todesopfer, und oft werden auch gefährlichere Waffen benutzt als ein Messer. So etwas scheint sich gesteigert zu haben. Früher hatte man Einsätze mit Tätern, die Waffen benutzten, einmal pro Monat, heutzutage kommt das zwei bis dreimal die Woche vor.
Der Täter in diesem Fall ging nicht auf dieselbe Schule wie das Opfer. Die Polizei vermutet, dass die Tat geplant war.
Von Igor Laychuk und Lirim Bozdaraj, Robert-Bosch-Berufskolleg, Dortmund
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05. März, 2010 von redaktion

Eine Woche ohne Handy? Ganz schön kompliziert! Foto: dpa
Mein Handy übermittelt mir gute und schlechte Nachrichten. Ich höre mit dem Handy Musik, telefoniere, fotografiere Bilder, schreibe SMS, benutze es als Wecker und gehe damit sogar in das Internet. Es begleitet mich schon seit 9 Jahren.
Das Experiment
Und ich habe es nicht einmal vergessen. Nun werde ich mein Handy eine Woche nicht mehr benutzen, um die Erfahrung zu machen, wie ein Leben ohne Handy ist.
1. Tag:
Ich stehe auf und mache mein Handy aus, und verbanne es in die letzte Ecke meines Zimmers. Schon auf dem Weg zur Schule fehlt es mir, da es mich immer mit Musik unterhalten hat. Ohne Handy habe ich keine Uhr, also musste ich die Leute darauf ansprechen und nach der Uhrzeit fragen. Auch die Telefonate mit meinen Freunden fehlen mir.
2. Tag:
Meine Mutter muss mich wecken, da ich mein Handy immer als Wecker benutzt habe. Diesmal bin ich auf dem Schulweg vorbereitet und nehme mir einen MP3-Player mit um mich etwas auf dem Weg zu unterhalten.
3. Tag:
In Chatrooms fragen mich meine Freunde schon, was mit mir los ist. Ich melde mich nicht mehr und antworte auch auf keine SMS mehr. Es fällt mir zunehmend schwer, mich mit Freunden zu verabreden.
4. Tag:
So langsam bekomme ich zunehmend schlechte Laune. Zum Glück gibt es noch Internet, ein kleiner Ersatz, um mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben und um Verabredungen zu vereinbaren, was mit dem Handy eigentlich viel einfacher wäre.
5.Tag:
Ich fühle mich total ausgeschlossen. Ich weiß nicht wann und was am Wochenende nun mit meinen Freunden ist. Ich sitze den ganzen Tag nur zu Hause. Ich langweile mich, da surfen im Internet auch immer dasselbe ist - und nach der Zeit wird das sehr uninteressant.
6. Tag:
Heute habe ich durch meine Freundin Janine im Internet erfahren, das ich gestern die größte Geburtstagsparty des Monats verpasst habe, weil ich nicht zu erreichen war. Das hat mich so geärgert, dass ich beschlossen habe, den Versuch abzubrechen, um endlich wieder mit meinen Freunden in Kontakt zu sein.
Es ist einfach nicht auszuhalten, ohne Handy ist man nicht genau informiert und anderweitig kann ich meine Freunde leider nicht erreichen, da die Telefonnummern in meinem Handy gespeichert sind.
Auch wenn ich den Versuch abgebrochen habe, war es eine Erfahrung wert, wie manche Leute es heutzutage immer noch schaffen ohne Handy auszukommen. Und auch Internet ist ein schlechter Ersatz für mein Handy. Ich muss immer gucken, ob meine Freunde überhaupt online sind und mit einem Handy ist man einfach viel mobiler und immer erreichbar.
Für mich ist mein Handy einfach unersetzbar. Jetzt weiß ich wieder mein Handy zu schätzen, und nun werde ich es nie wieder aus meiner Hand geben.
Von Katrin Feldmann, Janine Hanau & Sahin Gür,
Konrad-Klepping-Berufskolleg Dortmund, Klasse HBU4
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05. März, 2010 von redaktion

Unterricht bei einem Lehrer oder bei einer Lehrerin- welche Auswirkungen hat das auf die Schüler? Foto:dpa
Die hohe Zahl an Lehrerinnen ist nicht der Grund dafür, dass Jungen in der Schule schlechter abschneiden als Mädchen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Mannheimer Forscher.
Auch viele andere empirische Untersuchungen konnten keinen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht des Lehrers und dem Bildungserfolg der Schüler feststellen.
Höhere Chancen für Mädchen
Auf den ersten Blick falle tatsächlich auf, dass sich mit dem steigenden Anteil weiblicher Lehrer die Chancen für Mädchen erhöhten, Abitur zu machen. Das gelte sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in räumlicher, so das WZB. Je mehr Frauen in einem Bundesland unterrichten, desto erfolgreicher seien dort Schülerinnen im Vergleich zu Schülern.
In der einen aktuellen Studie untersuchte Marcel Helbig vom WZB, inwieweit der Anteil männlicher Lehrer an einer Grundschule die Kompetenzen, Noten und Übergangsempfehlungen bei Jungen und Mädchen beeinflusst. Es habe sich gezeigt, dass Jungen weder beim Leseverständnis noch in ihren Mathekompetenzen von einem höheren Anteil männlicher Lehrer profitierten.
Kein Unterschied bei der Schulempfehlung
In Schulen mit vielen Lehrern hätten die Jungen zwar bessere Noten in Mathematik bekommen, in Deutsch aber nicht. Der Zusammenhang sei jedoch gering gewesen.
Bei der Schulempfehlung ließ sich kein Unterschied feststellen. Die Mädchen lasen besser, wenn sie Schulen mit einem hohen Lehrerinnenanteil besuchten. Bei Mathe war das nicht so. Und auch bei den Noten ließ sich dem WZB zufolge kein Effekt feststellen.
Die zweite Studie ergab, dass weder Jungen noch Mädchen bei der Kompetenzentwicklung oder den Noten in Mathe, Deutsch oder Sachkunde von einem gleichgeschlechtlichen Lehrer profitieren. Die Forscher des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung und der Universität Mannheim zeigten zudem, dass die Leseleistung beider Geschlechter leidet, wenn sie vier Jahre lang von einem männlichen Deutschlehrer unterrichtet werden.
Von dpa
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Schule,
Zukunft
06. Januar, 2010 von redaktion

Was tun, wenn man sich von einem Lehrer gemobbt fühlt? Foto: dpa
Er hört einfach nicht auf!
In jeder Stunde nimmt sich der Lehrer immer wieder denselben Schüler vor: Der wird schikaniert, muss ständig zum Vorrechnen an die Tafel, bekommt ungerechte Noten und muss sich Sätze anhören wie: „Dafür bist du ja wohl offenbar zu dumm.“
Wird man vom Lehrer gemobbt, hilft es nichts, den Frust in sich hineinzufressen. Als erstes sollte Hilfe gesucht und dann der Lehrer zur Rede gestellt werden.
Konflikte im Unterricht
Beim Begriff „Mobbing“ ist aber Vorsicht geboten, sagt Klaus Seifried: „Mobbing liegt erst dann vor, wenn jemand zielgerichtet und ohne erkennbaren Grund immer wieder herabgesetzt, gedemütigt und gequält wird“, erklärt der Schulpsychologe aus Berlin. Konflikte im Unterricht drehen sich aber meist um Noten und Regeln, und darüber gab es zwischen Lehrern und Schülern schon immer Streit.
Die Grenze zum Mobbing sei allerdings fließend, wenn Lehrer zynische, abwertende Kommentare vor versammelter Klasse abgeben und sich zum Beispiel über die Leistung eines einzelnen Schülers lustig machen, sagt Seifried. „Dass Schüler von Lehrern gemobbt werden, ist aber die absolute Ausnahme.“
Ist das der Fall, gibt es für den Schüler keinen Grund, sich zu schämen oder sich zurückzuziehen. „Er sollte diesen Teufelskreis durchbrechen und sich auf jeden Fall wehren“, rät der Schulpsychologe.
Unternimmt man nichts, hinterlassen solche Attacken Spuren. Dann fällt es den Betroffenen schwer, überhaupt zur Schule zu gehen.
„Viele bekommen schon Kopf- und Bauchschmerzen, wenn sie morgens nach dem Aufstehen an den Unterricht denken, oder sie leiden mit der Zeit unter Leistungsstress, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllen können“, erklärt die Diplom-Pädagogin Marthe Kniep aus München, die das „Dr. Sommer“-Team der „Bravo“ leitet. „Das geht sogar bis zum Wunsch, die Schule zu schwänzen.“
Gespräch mit Vertrauenspersonen
So weit sollte es besser nicht kommen! Fühlt man sich vom Lehrer gemobbt, ist der erste Schritt, sich mit Klassenkameraden auszutauschen, denen man vertraut.
„Die können dann sagen, wie sie die Situation sehen“, rät die Erziehungsberaterin Maria El-Safti-Jütte vom Berliner Kinder- und Jugendtelefon. „So lässt sich auch herausfinden, ob man nicht Sachen auf sich bezieht, die die anderen ganz anders sehen.“
Meist komme es nicht zur Konfrontation
Viele Schüler trauen sich aber nicht, das Problem anzusprechen. „In den meisten Mobbing-Fällen kommt es gar nicht erst zur Konfrontation“, sagt Seifried. „Da versuchen die Betroffenen dann, das einfach wegzustecken.“ Ein Grund sei die Angst, dass eine Beschwerde Nachteile haben könnte. „Sie fürchten, dass sie schlechtere Noten oder eine Mitteilung für die Eltern bekommen.“
Doch es ist wichtig, sich Mut zu machen und den Lehrer auf die Situation anzusprechen, sagt El-Safti-Jütte: „Allein und auf eigene Faust sollte das aber auf keinen Fall geschehen“, rät sie. „Am besten ist, man holt sich noch eine Vertrauensperson mit ins Boot, die einem den Rücken stärken kann.“
Unterstützung kann man sich zum Beispiel beim Vertrauenslehrer der Schule, bei einer psychologischen Beratungsstelle oder bei den Eltern holen.
"Du hast dich ja auch frech benommen"
Wenn sich ein Schüler nicht helfen lassen will, kann das unterschiedliche Gründe haben: „Es könnte beispielsweise daran liegen, dass die Schüler Angst davor haben, nicht ernst genommen zu werden“, sagt Kniep. „Oder sie fürchten, dass die Erwachsenen das letzte Wort haben und solche Sachen sagen wie: 'Du hast dich ja auch frech benommen.'“
Vorher weiß man nie, wie ein Gespräch mit dem Lehrer ausgeht. „Sicher kann es vorkommen, dass der Lehrer alles abstreitet und abweisend reagiert“, sagt El-Safti-Jütte.
Spätestens in solchen Fällen sollte die Schulleitung eingeschaltet werden. „Soweit muss es aber gar nicht erst kommen, denn das Gespräch kann auch gut verlaufen und die Probleme aus dem Weg räumen.“
Von dpa
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mobben,
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Zukunft
03. Dezember, 2009 von redaktion

Gruselfach Mathe: Jeder fünfte Schüler hat schlechte Noten. Foto: dpa
Viele Schüler in Deutschland haben schlechte Mathe-Noten: Jeder Fünfte hat im vergangenen Schuljahr nur mit einer Vier oder schlechter abgeschnitten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung Rechnen in Quickborn.
Das rächt sich am Schulende für viele: Jeder vierte Schüler vor dem Abschluss fürchtet, wegen seiner derzeitigen Mathe-Note nur schwer einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu finden. An Haupt- und Realschulen machen sich deshalb sogar rund 30 Prozent Sorgen, keine Lehrstelle zu finden.
Lehrstellen nicht besetzen
Unbegründet ist diese Angst nicht: Arbeitgeber bemängeln immer wieder, dass sie Lehrstellen nicht besetzen können, weil die Bewerber unter anderem in Mathe zu schlecht sind. Solche Wissenslücken sehen auch viele Azubis und Studenten bei sich: Fast jeder Fünfte (19 Prozent) sagt, dass er während der Ausbildung oder des Studiums viel mathematisches Wissen nachholen muss.
Und rund jeder Vierte (28 Prozent) bereut es in seiner Ausbildungszeit, dass er sich früher beim Mathelernen nicht stärker bemüht hat.
1370 Schüler wurden befragt
Im Schnitt kamen die deutschen Schüler im Fach Mathematik auf die Note 2,7. Am schwächsten waren dabei die Hauptschüler: Sie erreichten im Mittel nur eine 2,9. Befragt wurden unter anderem 1370 Schüler ab Klasse fünf und 1057 Personen zwischen 18 und 65 Jahren.
dpa
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30. November, 2009 von redaktion

Das Debattieren lässt sich prima üben. Viele Studenten tainieren das in Debattierclubs. Foto: dpa
Debattieren hat in England schon eine lange Tradition: Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten Studenten in Oxford und Cambridge die ersten Debattierclubs.
Inzwischen ist die Welle auch nach Deutschland geschwappt: Immer mehr Studenten treffen sich hierzulande, um Wortgefechte auszutragen und Streitkultur zu zelebrieren. Quasselstrippen und Rechthaber sind dabei fehl am Platz. Wer Spaß am Argumentieren hat, kann aber einiges lernen, was ihm auch später im Berufsleben nützt.
Wer Mitglied in einem Debattierclub wird, kann mehr lernen, als das Reden zu verbessern. „Man lernt auch, komplexe Sachverhalte zu präsentieren, ohne sie zu vereinfachen“, erklärt Tim Richter, Präsident des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen in Bonn. „Darüber hinaus schärft Debattieren den Verstand, trägt dazu bei, klarer zu formulieren - und macht auch noch Spaß.“
Wenn Studenten selbst organisieren ...
Mit Uni-Referaten lässt sich das nach Richters Ansicht nicht vergleichen: „Es wird von Dozenten oft nur geschätzt, dass man es macht, aber nicht, wie man es macht“, sagt der 27-Jährige, der Philosophie, Jura und Geschichte studiert. „Ein direktes Feedback bekommt man jedoch kaum.“ Da Debattierclubs von Studenten selbst organisiert werden, seien Teilnehmer häufig motivierter als in Pflichtveranstaltungen ihres Studiums.
Die Palette der Themen, die in den Clubs meist einmal in der Woche debattiert werden, reicht von Klassikern wie der Todesstrafe bis zu aktuellen außenpolitischen Fragen. „Einer der Vorteile liegt auch darin, dass sich die Teilnehmer mit Politik auseinandersetzen können, ohne sich parteipolitisch zu binden“, sagt Patrick Ehmann von der Berlin Debating Union.
Vor Gericht Plädoyers halten
Die Debattierclubs wollen nicht nur Studenten aus Fächern wie Jura ansprechen, die später etwa vor Gericht Plädoyers halten müssen. „Die Teilnehmer kommen aus den verschiedensten Fachbereichen - von der Physik bis zur Philosophie“, erklärt Richter. „Darunter sind hin und wieder auch schüchterne und ruhige Teilnehmer, die während der Debatte aufblühen.“ Für ihn selbst sei das Debattieren mittlerweile ein „Thrill“ und regelrecht zur Droge geworden, sagt Richter.
Aufnahmekriterien für eine Mitgliedschaft gibt es kaum. Kandidaten müssen sich laut Richter zutrauen, vor 15 bis 20 Menschen zu sprechen. Und wenn in einem Club auf Englisch debattiert wird, sollte man die Sprache angemessen beherrschen.
Um die eigenen Redekünste zu vertiefen, bieten manche Clubs zusätzliche Seminare an. „Anfänger können darin das Handwerk lernen, wie man etwa eine Debatte strukturiert oder wie man Argumente aufbaut“, erklärt Ehmann von der Berlin Debating Union. „Die darauffolgenden Seminare konzentrieren sich dann auf inhaltliche Aspekte, um den Grundschatz an Argumenten auszubauen.“
Teilnehmer werden ausgelost
Im Grunde laufen Debatten meist in einer ähnlichen Form ab. „Es werden zwei Gruppen, also die Regierung und die Opposition, mit jeweils vier Teilnehmern ausgelost, die dann abwechselnd jeweils sieben Minuten reden und ihre Argumente vorbringen“, erläutert Ehmann. Am Ende wird der Sieger gekürt: „Es gewinnt derjenige, der stringenter argumentiert, keine logischen Fehler macht und überzeugender in der Darlegung ist.“ Für solche Wettstreite gibt es sogar nationale und internationale Turniere.
Wer sich regelmäßig im Debattieren übt, kann daraus auch Vorteile für die eigene berufliche Zukunft ziehen. „Die praktischen Erfahrungen, die man beim Debattieren macht, sind heutzutage fast überall relevant - sei es die Rede, der Fachvortrag oder die Verhandlung“, sagt Cornelius Ambros, Karrierecoach und Vorsitzender des Rhetorikverbandes Baden-Württemberg in Tübingen.
„Das betrifft also praktisch alle Situationen, in denen es um die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen geht“, fügt Ambros hinzu. Ein Debattierclub kann daher für diejenigen hilfreich sein, die später zum Beispiel als Kommunikationstrainer, in den Medien oder der Unternehmensberatung arbeiten wollen.
(Verband der Debattierclubs an Hochschulen: www.vdch.de, Berlin Debating Union: www.debating.de)
Von dpa
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