12. Mai, 2010 von Hilke

Na, da hat ja wohl jemand die Sonne freigekauft ... Foto: dpa
Heute regnet es. Nur grauer Himmel. Kein bisschen Sonne. Für mich ist glasklar: Niemand hat etwas gespendet.
Woher ich diese Gewissheiten nehme? Also, hier die Geschichte: Heute Vormittag hat mich ein Punker auf der Bahnhofstreppe angesprochen. So wie jeden Tag mit der Bitte um ein paar Cent. Damit verbunden ist immer irgendein Spruch. So als Belohnung. Oder besser: als Vorschuss.
Am Ende des Tages
Denn obwohl der Mann vor mir auf der Treppe nichts gegeben hat. Und ich nichts gegeben habe, haben wir doch den Spruch bekommen. "Ooch, spenden Sie doch was, damit ich die Sonne freikaufen kann."
Und da nun, am Ende des Tages die Sonne noch immer in Wolken eingekettet liegt - wer kann da zweifeln, dass die Dortmunder heute ziemlich sparsam waren. Und nichts gespendet haben.
Das hamse nun davon.
Von Hilke Hagemeister
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15. März, 2010 von Hilke

Aufgeräumt oder aufgräumt? Das ist hier die Frage. Foto: Hagemeister
Aufräumen! Also, ich habe heute Themen drauf: Erst faste ich. Dann räume ich auf. Aber es ist wahr!!! In dieser Mittagspause habe ich meinen Schreibtsch sortiert. Und wie.
Fast freier Ausblick
Die Fensterbank ist so gut wie leer, ich könnte freien Ausblick aufs Dortmunder U Genießen. (Wenn da die Regentropfen an der Scheibe nicht wären.) Ich kann aufatmen, denn endlich bin ich Herrin der Lage. Und ich kann den Papierkorb kaum noch stemmen, weil der jetzt nämlich voll von sorgsam aussortiertem Chaos steckt.
Jetzt sitze ich hier sehr zufrieden auf meinem Schreibtischstühlchen und beschließe, diesem Artikel den unwiderlegbaren Beweis beizufügen: ein Foto.
Keine Schokolade
Und auf diesem Foto wird garantiert kein Durcheinander zu sehen sein. Ebenso wenig (leider) wie eine Tafel Schokolade. Noch nicht einmal ein Riegel Schokolade. Noch nicht einmal ein Stückchen Schokolade.
Wer mehr wissen will, liest es in meinem nagelneuen Blog fast gefastet. da werde ich diese Woche täglich von Schokolade reden. Aber keine essen.
Von Hilke Hagemeister
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02. März, 2010 von Hilke

Neven Subotic hatte während der Fragerunde sichtlich Spaß. Foto: Hagemeister
Das war mal eine Pause: Sie dauerte eine Stunde. Und ich habe sie mit BVB-Abwehrspieler Neven Subotic verbracht.
Nicht ganz allein, das gebe ich zu. Wie man im Aufmacher lesen kann, habe ich gemeinsam mit der Klasse 7.1 von der Heinrich-Böll-Gesamtschule den BVB beim Training besucht.
Erst haben wir draußen gestanden und gezittert (ist auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel ganz schön windig) und dann haben wir im Kreis zusammengesessen. Drinnen, natürlich. Jeder durfte seine Fragen stellen. Und ich habe viel gelernt. Über mich.
Denn sonst sammele ich eigentlich gar keine Autogramme. Mir reicht das Gespräch, der Moment, in dem ich einem anderen Menschen begegnet bin. Aber an diesem Nachmittag habe ich auch aufgezeigt, als neven Subotic gefragt hat: Wer möchte noch eine Autogrammkarte?
Abends habe ich sie ganz sorgfältig nach Hause transportiert. Und ich habe mich nun entschlossen, sie meinem Onkel Karl-Heinz zu schenken. Denn der ist ein richtig großer BVB-Fan. Und ich bin mir sicher, er weiß zu schätzen, was für eine ganz besondere Pause ich sa gehabt habe.
Von Hilke Hagemeister
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23. Dezember, 2009 von Hilke

Die Fotos sind ergattert. Trotzdem das Foto-Computer-Ausdruck-Terminal sie nicht ohne Widerwillen ausspucken wollte. Foto: Bauszus
Also, ich hatte seit gestern Fotos. Zum Entwickeln. Auf CD. In der Tasche.
Und in der Mittagspause entschloss ich mich nun, diese Fotos aus meiner Tasche herauszuholen. Und zum Fotoladen zu tragen. Bevor das Fest seinen Lauf nimmt. Bis dahin war ja auch alles gut. Aber als ich die Tür zum Fotoladen öffbnete, erkannte ich mit einem Schlag, dass das Fest hier schon seinen Lauf genommen hatte.
Viele Leute standen da. Mit vielen Bildern. An vielen Terminals. Denn alle wollten ihre vielen Bilder auch umgehend ausdrucken lassen. So wie ich.
Ich stellte mich tapfer in die Kassenschlange
Ich ließ mich dennoch nicht in die Flucht schlagen. Schließlich ahnte ich, dass es noch viel dicker kommen wird. Morgen nämlich. Und übermorgen sowieso, weil der Fotoladen ja dann geschlossen hat.
Also stellte ich mich in die Kassenschlange, angelte mir einen Verkäufer. Und der lief auch sehr freundlich sofort mit mir zu einem der Foto-Ausdruck-Terminals, um mir das System zu erklären. Dummerweise war das System des Computers in diesem Fototerminal allerdings gerade abgestürzt.
Der Verkäufer schluckte kurz, drückte aber gefasst die Taste für den Neustart. Und das Terminal folgte ihm. Stück für Stück bearbeiteten wir meine Familienfotos. Das ging reibungslos. Bis ... der Drucker in diesem Computer-Ausdruck-Foto-Terminal kein Fotopapier mehr hatte. Ich dachte: "Na, neue Rolle und alles klar."
Kein Foto-Druck-Papier für meine Foto-Druck-Daten vorhanden
Aber der Verkäufer, der eigentlich schon wieder andere Leute bediente, und den ich erneut auf mich aufmerksam machen konnte (ich weiß selbst nicht, wie ich das in diesem ganzen Durcheinander bewerkstelligt habe) sagte: "Oh, das tut mir leid, dann müssen wir die Foto-Druck-Daten noch einmal einlesen. Nach ein paar Nachfragen stellte sich heraus, dass die Mitarbeiter des Fotoladens ganz dringend auf die Post warteten. Denn nicht nur mein Foto-Terminal-Drucker samt Computer hatte kein Fotopapier mehr. Die Mitarbeiter auch nicht.
Irgendwie hat der Verkäufer ein anderes Computer-Druck-Terminal dann doch noch dazu überredet, an seine Papier-Reserven zu gehen und meine restlichen Bilder auszudrucken.
Sie sind jetzt in meiner Tasche ...
Von Hilke Hagemeister-Schwidder
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11. Dezember, 2009 von Hilke

Ertappt: Hilke Schwidder beim ganz gemütlichen Lesen. Foto: Bauszus
Ein Bekannter hat mir neulich erzählt, dass er seine Pause am liebsten im Buchladen verbringt. Da schlendere er an den langen Reihen voller Romane vorbei, schaue hier und da. Lese dies und das an.
Er möge den Duft der Bücher so gern und die Atmosphäre zwischen Menschen, die dort ruhig stehen und schmökern.
An Romanen hängen geblieben
Und so sei er auch an manchem Roman schon selbst hängen geblieben und habe ein wenig mehr als die ersten paar Seiten gelsen. Zunächst im stehen, heimlich am Regal. Absatz fürAbsatz. Seite für Seite.
Dann, ganz gebannt von der guten Geschichte, immer ungenierter. Stunden habe er so schon in den Gängen von Buchhandlungen verbracht.
Umgeben von tausenden Geschichten.
Zuweilen werde das zu einer Sucht. Wenn er einen guten Roman finde, ziehe es ihn jede Mittagspause wieder in die entsprechende Etage des entsprechenden Hauses.
Dann kenne er den Weg schon genau, die Höhe in der das Buch stehe. Sein Arm greife automatisch nach dem richtigen Buchrücken. Seine Finger blätterten geschickt die entsprechende Seite auf. Und schon verschwinde die graue Dortmunder Mittagspause in den schillerndsten Geschichten.
Einen Bekannten getroffen
Irgendwann einmal, dass verrit er mir mit verschwörerischem Zwinkern, habe er sogar schon einmal einen anderen Mittagspausen-Leser getroffen, den er aus seinem entfernten Kollegenkreis kenne. Mittag für Mittag musterten sie sich, ignorierten sich zunächst, nickten einander irgendwann verstohlen zu. Nur nicht zu viel, denn im Grunde, so erscheint es mir, ist diese Lese-Mittagspause doch ein höchst privates Ereignis.
So fantastisch und skurril, dass jeder es am liebsten für sich allein genießen möchte.
So, und ich gehe jetzt und suche ein paar Weihnachtsgeschenke in der Buchhandlung aus.
Mal sehen, welches Abenteuer mich erwartet.
Von Hilke Schwidder
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04. Dezember, 2009 von Hilke

Hilke und ihre Trophäe: ein stattlicher Stutenkerl. Foto: Bauszus
Von jetzt auf gleich steht eine ausgewachsene Schlange vor den paar Kabäuschen.
Beim Urlaub-Machen ist das natürlich genau so.
Mit Anbruch des ersten Schnee-Tages (im Sommer wahlweise der erste Sonnentag) hasten die Menschen zu ihren Kleiderschränken, füllen ihre Reisekoffer mit dicken Pullis und Skihosen (wahlweise dünne Pullis und Badehosen) und wuchten ihre (in beiden Fällen vollgepackten) Koffer mühevoll ins Auto. Oder in die Bahn. Oder auf das Rollband am Flugschalter. Und immer, immer machen sie das zeitgleich. Alle auf einmal. manche garantiert sogar synchron (auch wenn sie nichts davon wissen). Sie machen das zu Hunderten, Tausenden und so weiter.
Das machen die Menschen in Paris so. Das machen die Menschen in Madrid so. In New York wahrscheinlich auch. Und auf jedenfall in Dortmund.
Letzteres weiß ich ganz genau. Heute Nachmittag. In meiner Pause, da haben die Menschen in Dortmund das nämlich so gemacht. Ein Brötchen wollte ich kaufen. Und als ich mich an der Bäckertheke anstellte, da passte die Schlange kaum noch in den Laden hinein.
Nach einem langen Stadtgang
Quengelige Kinder, die nach einem langen Stadtgang nicht mehr stehen konnten. Zwei Mädels, die Riesendurst hatten und sich eigentlich nur "schnell" was zu Trinken kaufen wollten.

Zugegeben: Vor mir an der Bäckertheke war keine echte Schlange, sondern eine aus Menschen. Aber gezüngelt haben die auch. Weil sie nämlich Hunger hatten. Foto: dpa
Ein älteres Ehepaar, das sich über den richtigen Kuchen zur Kaffeestunde nicht einigen konnte. Eine Frau, die unbedingt Sonnenblumenkernbrötchen haben wollte, keine mehr vorfand und darüber recht betrübt war. Noch eine ganze Menge Dortmunder mehr. Und ich.
Zehn Minuten wie halbe Stunde
Ich habe zehn Minuten gewartet, die sich wie eine halbe Stunde anfühlten. Hinterher fühlte ich mich wie ein quengeliges Kind nach einem langen Stadtgang. Und als ich dann mein Brötchen einpackte und mich kurz umschaute ... Ha, nicht zu glauben: Da war ich die einzige an der ganzen langen Theke. Alle waren weg. Keine Leute neu dazugekommen.
... naja, habe die Lage gleich zu meinem Vorteil ausgenutzt und noch eine Nachbestellung aufgegeben: einen dicken, grinsenden Stutenkerl. Und jetzt fühle ich mich mit dieser Errungenschaft wie ein sehr zufriedenes Kind nach einem langen Stadtbummel.
Von Hilke Schwidder
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23. November, 2009 von Hilke

Nasse Fensterscheibe, nasse Schirme, nasse Schuhe: Diese Pause war mal so richtig verregnet. Foto: dpa
Dieser Regen!!!
Ich habe um 13 Uhr aus dem Fenster geschaut und beschlossen: "Was für ein Wasserfall. Rausgehen? Nö, du gehst erst später in die Pause!"
Ich habe um 13.30 Uhr aus dem Fenster geschaut und gedacht: "Oh, es nieselt nur noch. Gehste mal schnell los."
Unverhofft klingelt das Telefon
Um 13.31 Uhr klingelte das Telefon.
Um 13.32 Uhr setzte der Starkregen wieder ein.
Um 13.33 Uhr habe ich mir einen Tee aufgegossen.
Erneuter Blick aus dem Fenster um kurz vor 14 Uhr. Starkregen. Kurze Abstimmung mit meinem Magen. "Bauch voller Tee. Nein, eigentlich habe ich noch keinen Hunger."
Naja, ich bin dann um 16.15 Uhr in die Mittagspause gegangen. Bei Starkregen, einbrechender Dunkelheit, sinkenden Temperaturen und mit einem halbdefekten Schirm. Das Wasser ist mir oben die die kniehohen Stiefel geschwappt.
Schweinehund rät zu Tee und Schokolade
Aber die Luft war wirklich toll. Und ich bin froh, doch ein Stück über den Westenhellweg marschiert zu sein. Obwohl mein Schweinehund mir noch an der Türschwelle zugeraunt hat: "Ach, regnet doch so. Bleib doch lieber in deinem warmen und gemütlichen Zimmer. Mit einem becher Tee und einem Stückchen Schokolade ..."
Von Hilke Schwidder
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16. November, 2009 von Hilke

Welche Hose ist die richtige für welchen Po? Das ist so eine Sache mit der Mode. Foto: dpa
Bin in den Mittagspause hineingegangen. Der Regen hat mich hineingetrieben. Der Wind hat mich hineingedrängt. Es gab überhaupt keine andere Möglichkeit, als dass ich in den Bekleidungsladen ging, wo mir schon seit Tagen ein besonders schickes Kleid Pause um Pause aus dem Schaufenster zuwinkt. Und heute habe ich es gekauft.
In der freien Wildbahn
Wenn man so will, dann habe ich es befreit. Ich habe das Käfigtürchen geöffnet und das kleine Ding in die freie Wildbahn entlassen. Natürlich in der Hoffnung, dass es sich dort auch behaupten kann. Dass Wind und Regen ihm nicht zu sehr zusetzen ...
Wir werden sehen. Und hören. So wie eine junge Frau, die in der Kabine neben mir eine Hose anprobierte. Sie hatte nämlich ihren Freund mitgebracht (ich würde fast behaupten: Sie hatte ihren Ehemann mitgebracht. Denn sonst kann ich mir so ein loses Mundwerk kaum erklären. Der Typ muss sich sehr sicher gefühlt haben.)
Großer Fehler: Frage nach der Meinung
Jedenfalls hatte sie ihn mitgebracht und ordnungsgemäß in der Ecke mit den Sitzmöglichkeiten abgestellt. Doch dann beging sie einen großen Fehler: Sie probierte die Hose nicht allein in der Kabine an, sondern kam heraus, drehte sich vor dem Spiegel - und fragte ihren Mann, der in Sichtweite auf dem Hocker schmollte, um seine Meinung.
Man sah schon seinem Gesicht an, dass er wohl lieber in die nächste Computerabteilung irgendeines Kaufhauses verschwunden wäre. Aber sie ließ nicht locker. Und so kam, was kommen musste. Ich hatte mich glücklicherweise wieder in meine Kabine verkrümelt und zog gerade zufrieden mein neues Kleid aus, als dieses an meine Ohren drang:
"Und, was sagst du?" (Stimme erwartungsvoll)
"Also nein, das passt dir nicht."
"Wie, das passt mir nicht? Auf dem Bügel hat dir die Farbe doch noch gefallen." (Stimme betreten)
"Ich meine nicht die Farbe. Die Hose ist dir zu klein. Sie schlägt komische Falten."
"Zu KLEIN???" (Stimme schrill)
Ich linse durch den schmalen Spalt zwischen der Kabinenabtrennung und dem Vorhang. - Und sehe, wie die junge Frau ziemlich kritisch rückwärts vorm Spiegel steht und sich fast den Hals verrenkt, um ihre Rückseite genau zu inspizieren.
... und noch einmal nachgesetzt
Und der Mann setzt nach:
"Neulich hast du doch noch gesagt, dass solche Sachen nur was für ganz junge Mädels sind."
"Was meinst du?!" (Stimme tief getroffen)
"Nimm eine Größe größer."
An diesem Punkt der Unterhaltung riss ich den Vorhang meiner Kabine auf und rettete mich mit schnellen Schritten zur Kasse.
Habe also nicht nur das Kleid gerettet sondern auch mich. Vor der nächsten Antwort.
Von Hilke Schwidder
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