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Neue Uni, alte Freunde: Kontakthalten fällt oft schwer

14. Juli, 2010 von redaktion

Mit dem Studium beginnt ein neuer Lebensabschnitt - Freundschaften müssen sich beweisen. Foto: dpa

Mit dem Studium beginnt ein neuer Lebensabschnitt - Freundschaften müssen sich beweisen. Foto: dpa

Start in der Unistadt birgt viel Neues. Er konfrontiert den Erstsemestler aber auch mit der Frage: Wie kann ich meine alten Freunde in mein neues Leben integrieren? Über Hunderte Kilometer getrennt zu sein, überlebt nicht jede Freundschaft.


Als Johanna die Zusage für ihren Studienplatz bekam, musste alles ganz schnell gehen. Im Nachrückverfahren konnte sie sich an der Universität im 370 Kilometer entfernten Ilmenau (Thüringen) einschreiben. Nur eine Woche blieb ihr, um den Umzug zu organisieren und sich von ihren Freunden in Cochem an der Mosel zu verabschieden.


Nicht aus den Augen verlieren


Das Leben in der Unistadt stellte sie nicht nur vor das Problem, neue Freunde zu finden, sondern auch davor, den alten Freundeskreis nicht aus den Augen zu verlieren. „Ich habe versucht, zu vier Personen engeren Kontakt zu halten, meist per Internet oder Handy“, erzählt die 24-Jährige.


Das neue Leben mit dem alten in Einklang zu bringen, war gar nicht so einfach. Viel Zeit für Besuche in der Heimat blieb Johanna nicht, hinzu kamen die Kosten von rund 180 Euro für eine Hin- und Rückfahrkarte mit der Bahn.

Mit manchen Freunden konnte sie die neuen Erlebnisse in Ilmenau teilen, andere hatten gar keinen Bezug dazu: „Man sucht sich ja eine Basis, zu der beide was sagen können. Meist ist das der gemeinsame Freundeskreis oder die alte Schulstufe. Über die Probleme, die ich am Anfang an der Uni hatte, konnte ich nur mit einer Freundin reden, die selbst studiert hat.“


Auf dem Laufenden halten


Die alten Freunde ständig auf dem Laufenden zu halten, kann schnell anstrengend werden:„Wichtige Sachen sollte man natürlich erzählen, aber zwangsläufig wird sich die Freundschaft qualitativ verändern“, sagt Regina Jucks, Professorin für Sozialpsychologische Grundlagen von Erziehung und Unterricht an der Universität Münster.

Das bedeutet: Es muss etwas Neues hinzukommen, was beide verbindet. Immer nur in alten Erinnerungen schwelgen, reicht für die Freundschaft nicht mehr aus.

Den geringsten Haltbarkeitswert haben Kontakte, die aus einer Tätigkeit heraus entstanden sind: „Wenn man sich mit jemandem immer nur zum Sport getroffen hat, kann man das natürlich nicht fortführen, wenn man wegzieht“, erklärt Jucks.


Im dritten Semester


Oft kristallisiert es sich erst im zweiten oder dritten Semester heraus, welche Freundschaft Bestand hat und welche nicht:„Im ersten Semester erleben die Studenten viel Neues, aber alles ist noch etwas oberflächlich“, schildert Eva-Maria Orgel von der psychologisch-psychotherapeutischen Beratung des Studentenwerks Berlin ihre Erfahrung.


Erst danach fingen viele der Studenten an, sich innerlich von den Freunden zu Hause zu entfernen. Wer mit dem anderen jedoch einschlägige Erlebnisse verbindet - überwundener Liebeskummer, der gemeinsame Urlaub, die gemeisterte Prüfung -, schafft einen gemeinsamen Erfahrungshintergrund, der nicht so einfach kompensiert werden kann.


„Auf je mehr Bausteinen eine Freundschaft basiert, desto größere Chancen hat sie, zu überleben - auch bei einer größeren Entfernung“, sagt Jucks. Die Freundschaften in der Heimat müssen jedoch kein Ausschlusskriterium für neue Bindungen sein: Auch aus dem anfangs oberflächlichen Kontakt zum Referatspartner kann sich ein enges Verhältnis entwickeln.


Von dpa

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Kategorien: Freunde, Gefühle

Was ist eine Jocelyn?

21. Juni, 2010 von Hilke

Gemeinsam mit Jocelyn B. Smith erlebten drei Schulklassen einen tollen Workshop "Wir, das ich in dir". Foto: Foltynowicz

Gemeinsam mit Jocelyn B. Smith erlebten drei Schulklassen einen tollen Workshop "Wir, das ich in dir". Foto: Foltynowicz

Mit einem Mal ist es ganz still. Mehr als 30 Schüler hören zu. Hören Jocelyn B. Smith zu. Sie braucht keine Lautsprecher.

Sie ist einfach zur Tür der Aula im Gymnasium an der Schweizer Allee hereingekommen. Und nun steht sie zwischen den Jugendlichen und sagt: „Wie war euer Tag? Wie geht’s euch?“

Drei Tage arbeiten die bekannte Sängerin und die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums an der Schweizer Allee, der Hauptschule Kley und der Max-Born-Realschule in einem Musik-Workshop zusammen.


Die Klassen haben sich im Medienprojekt Schulticker der Ruhr Nachrichten um die Teilnahme beworben. „Wir, das ich in dir“ heißt ihr Thema. Es geht um Akzeptanz, um Freundschaft, Selbstbewusstsein – und um Musik. In aller Ruhe findet die Begrüßung statt. Vor wenigen Minuten waren sich die drei Klassen noch fremd.


Wie man sich selbst sieht


Jetzt gehen die Jugendlichen aufeinander zu, reichen sich die Hände, stellen sich vor. „Hi, ich bin Kristina. Hi ich bin Fabian.“ Zwischendurch Jocelyns Stimme: „Noch einmal. Einatmen und mit Stimme.“

Freundschaft habe viel damit zu tun, wie man sich selbst sehe, sagt die Sängerin. „Hi, ich bin Jocelyn!“ Sie lacht. „Aber was ist eine Jocelyn?“ Locker läuft sie durch die kleine Gasse, zu der sich die Jugendlichen aufgestellt haben. Sie schnipst mit den Fingern, tänzelt.


„Das ist Jocelyn.“ Jeder ist einmal dran. Was ist ein Moritz? Was ist eine Christina? Die Gruppe beginnt zu verstehen, was das bedeutet – „Wir, das ich in dir.“


Von Hilke Hagemeister

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Kategorien: Kultur, Musik

Wenn die Luft raus ist

28. Mai, 2010 von redaktion

Irgendwann ist die Luft raus. Immer wieder passiert es, dass die einst beste Freundschaft nach vielen Jahren in der Krise steckt. Doch warum ist der gemeinsame Draht auf einmal nicht mehr da? Und wie lässt sich eine Freundschaft am besten beenden? Mit einer SMS ist es jedenfalls nicht getan.


„Manche kennen sich seit der Grundschule und merken in der Pubertät, dass die Freundschaft eigentlich keinen Sinn mehr macht“, sagt der Coach Markus Hammer aus Greifswald. Manchmal liegt das an auseinanderdriftenden Interessen oder am Verhalten.


Verschiedene Entwicklung


„Es kann sein, dass jemand nicht mehr damit klar kommt, dass der Freund ewig den Klassenclown spielt oder die Freundin zur Zicke geworden ist“, erklärt Beate Friese vom Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ in Wuppertal.

Probleme entstünden aber auch, wenn der Freund immer im Mittelpunkt stehen will - und man selbst nur Publikum ist.


Beim Ende einer Freundschaft suchen viele nach rationalen Gründen - obwohl es die nicht unbedingt geben muss. „Es kann einfach sein, dass diese schwer zu beschreibende emotionale Verbindung verloren geht“, sagt die Jugendberaterin. Wenn jemand das nicht mehr spürt, nehme auch das Bedürfnis ab, mit dem Freund zusammenzusein.


Dabei gibt es zwischen Freundschaften und Beziehungen durchaus Parallelen. „Beides kann einengen, irgendwann nehmen möglicherweise die Konflikte Überhand, und der Reiz ist plötzlich verschwunden“, erklärt der Diplom-Psychologe Ulrich Gerth aus Mainz. Den Schritt zu gehen und „Schluss zu machen“, fällt oft nicht leicht. „Viele sind konfliktscheu und müssen sich erst überwinden - auch weil sie den anderen nicht verletzen wollen. Aber manchmal geht es nicht anders.“ Um eine Freundschaft zu beenden, gibt es ein einfaches, aber nicht sehr nettes Mittel: „Man kann sich nicht mehr melden und die Freundschaft auslaufen lassen“, sagt Friese.

Wenn beide dasselbe Gefühl haben, dann sei das nicht schlimm und die konfliktärmste Möglichkeit. Will aber nur einer die Beziehung beenden, wird es problematischer: „Wenn sich jemand nicht meldet oder Ausflüchte sucht, ist das schwierig für alle Beteiligten.


Nicht nur schreiben, sondern miteinander reden


Markus Hammer rät, beim Beenden einer Freundschaft auch an die andere Seite zu denken. „Wenn mir jemand die Freundschaft kündigt: Wie würde ich das selber hören wollen?“, fragt er.

Daher sollte nicht nur eine SMS geschrieben, sondern darüber gesprochen werden. „Da lässt sich genau erklären, warum es nicht mehr passt.“ Gut ist, dabei deutlich zu machen, was schön war an der gemeinsamen Zeit. „So hält sich im Idealfall der Frust des anderen in Grenzen.“


Ulrich Gerth sieht das Beenden einer Freundschaft als letztes Mittel. Wenn es schwierig wird, sollte man erstmal versuchen, die Probleme zu lösen. „Wenn das scheitert, bleibt allerdings manchmal keine andere Möglichkeit.“


Von dpa

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Kategorien: Freunde, Gefühle


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  • Sommer am Phoenix-See - so kam das Wasser in die ehemalige Industriebrache. ticker4u.de/blog/2011/06/am-phoenix-see-ein-ort-zum-leben/
  • Zu Besuch bei DEW21. Infos über die Ausbildung in einem modernen Energie-Unternehmen. ticker4u.de/blog/2011/05/dew21-stellt-berufe-vor/