Probieren geht über studieren: Klausuren richtig vorbereiten
16. August, 2010 von redaktion

Vielen Studenten hilft es, vorab eine Klausur auf Probe zu schreiben. Foto: dpa
Montag, 8 Uhr. Der Prüfer verteilt die Klausurbögen, und die Kugelschreiber der Kommilitonen flitzen über die Seiten. Nur einem selbst fällt nichts ein. Diese Horrorvision hat wohl jeder Student schon einmal gehabt. Mit etwas Übung lässt sich aber verhindern, dass sie wahr wird.
Vor Klausuren bekommen viele Studenten weiche Knie. Was ist, wenn ich vor dem Aufgabenblatt sitze und plötzlich ein Blackout habe? Oder wenn ich nach der Hälfte der Zeit erst eine Aufgabe geschafft habe und noch drei warten? Solche Fragen sind vor schriftlichen Tests ganz normal. Mit der richtigen Vorbereitung ist es aber gar nicht so schwer, eine Klausur zu bestehen.
Klausur zur Probe schreiben
Dazu gehört zum Beispiel, einmal eine Klausur zur Probe zu schreiben. „Man braucht Erfahrungswerte, wie viel man im Rahmen der Zeit wirklich schaffen kann und wie man sich am besten die Zeit einteilt“, erklärt Gabriela Ruhmann vom Schreibzentrum der Universität Bochum.
Am besten ist es natürlich, wenn man recht genau weiß, was drankommt. Also am besten vorher die Hochschullehrer fragen. Wenn die sich zieren, einfach darum bitten, anhand früherer Klausurthemen zu erläutern, welche Leistungen erwartet werden.
Eins sollte man dabei im Hinterkopf behalten: „Der Zweck einer Klausur besteht darin, zu prüfen, ob der Stoff eines Seminars richtig verstanden und systematisch aufbereitet worden ist“, erläutert Roy Sommer in seinem Buch „Schreibkompetenzen. Erfolgreich wissenschaftlich schreiben“.
Eine Klausur sollte also eigentlich keine Kenntnisse verlangen, die über den Inhalt der Lehrveranstaltungen hinausgehen.
Lernen je nach Klausurentyp
Das Lernen und Probeschreiben unterscheidet sich je nach Klausurentyp. „Bei einer Multiple-Choice-Klausur kommt es stark auf die Reproduktion von Wissen an und auf schnelles Arbeiten“, erklärt Melanie Brinkschulte vom Schreibzentrum der Universität Göttingen.
Bei Klausuren mit offener Fragestellung, die eher einen Aufsatz als Antwort verlangen, sind andere Lernmethoden angebracht. „Man muss sich so vorbereiten, dass man Futter für den Aufsatz bekommt.“
Einigen Studenten hilft es, wenn sie vor der Klausur Textbausteine entwickeln, um sie in der Klausur schnell parat zu haben. Dann sollten sie vorher ausprobieren, wie sich diese Bausteine kombinieren lassen
Das Probeschreiben helfe, den Lernstoff zu strukturieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, erklärt Sommer. Außerdem sei das Probeschreiben selbst schon Bestandteil des Lernens.
Ruhe bewahren
Bringt Studenten schon die Fragestellung ins Schwitzen, heißt es erst einmal: Ruhe bewahren. Bei einem Aufsatz gilt: „Man sollte sich zunächst die Aufgabe vorlesen und richtig verstehen in der Aufregung“, rät Brinkschulte.
Auch beim Beantworten dürfen Studenten nichts überstürzen: Erst überlegen, dann schreiben, lautet hierbei das Motto. „Man sollte erst planen, was man schreiben will, und dafür genügend Zeit einkalkulieren.“
Dazu gehört auch, den Text am Ende zu korrigieren. Denn Rechtschreibfehler machen keinen guten Eindruck.
Manchen hilft es, Einleitung und Schluss erst am Ende zu schreiben, damit sie aufeinander abgestimmt sind, erklärt Brinkschulte. Sie stecken mit dem Haupttext den Rahmen ihrer Arbeit ab. Andere wiederum brauchen die Einleitung, um den Einstieg ins Thema zu finden. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.
Schema für eigene Argumentationsstruktur
Um das Gelernte abzurufen, kann man mit Visualisierungstechniken arbeiten, empfiehlt Brinkschulte. Mit Hilfe eines Mind-Mappings lasse sich ein Schema für die eigene Argumentationsstruktur entwickeln.
Andere können besser mit einer Gliederung arbeiten, in der sie bereits Stichworte aufnehmen, an denen sie sich dann entlanghangeln.
Werden sie dann nicht rechtzeitig fertig, zeigt die Gliederung wenigstens, welche Punkte im Klausurtext noch vorgesehen waren.
Anders sieht es bei Multiple-Choice-Klausuren aus. Hierbei müssen Studenten beachten, für welche Aufgabe es die meisten Punkte gibt. Die stehen meist am Rand der Klausur.
Danach lösen sie entweder erst die Aufgaben mit einer hohen Punktzahl. „Oder man macht schnell das, was man ohnehin weiß. Das hat man dann schon einmal zur Beruhigung“, sagt Brinkschulte.
Außerdem sollten Prüflinge ihre Kreuze zuerst auf einem separaten Zettel machen. Sie dürfen dann nur nicht vergessen, die Kreuze am Ende auf den Klausurbogen zu übertragen.
Von dpa
Tags: Blackout, Klausuren, VorbereitungKategorien: Uni, Zukunft



