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Der Traum vieler Mädchen

09. August, 2010 von redaktion

Pferdewirt ist ein sehr vielseitiger Beruf. Foto: dpa

Pferdewirt ist ein sehr vielseitiger Beruf. Foto: dpa

Auf einem Pferdehof zu arbeiten, ist der Traum vieler Mädchen. Dafür reicht Spaß am Reiten allein aber nicht aus. Tiere zu pflegen und zu versorgen, ist ein anstrengender Job. Und sie zu trainieren, ist eine hohe Kunst, die viel Gefühl erfordert.


Denise Scholten ist mit Pferden aufgewachsen: Der Lebensgefährte ihrer Mutter betreibt einen kleinen Stall in Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen). Schon mit sechs Jahren saß Denise im Sattel. Ihr Berufswunsch war früh klar: „was mit Pferden machen“.


Die Eltern rieten ab - aber Denise ließ sich nicht beirren. Solche Leidenschaft ist wichtig in dem Beruf: Denn er verlangt eine große Einsatzbereitschaft und viel Liebe zu den Tieren.


Hauptstadt der Reiterei


Die Stadt Warendorf im Münsterland gilt als die Hauptstadt der Reiterei. Auch der Dachverband des Pferdesports, die Deutsche Reiterliche Vereinigung, ist dort beheimatet. Die FN, so die internationale Abkürzung für Fédération Equestre Nationale, hat sich dafür starkgemacht, das Berufsbild des Pferdewirts zu modernisieren.

„Wir wollten praxisnäher werden und die Realität in den Betrieben abbilden“, erklärt FN-Ausbildungsreferent Markus Scharmann.


In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Zahl der Pferde in Deutschland nach FN-Angaben etwa vervierfacht. Drei bis vier Tiere ergeben einen Arbeitsplatz. Die Bedeutung der Pensionspferdehaltung und der Reitausbildung habe dabei enorm zugenommen, sagt Diplomtrainer Scharmann.


Modernisierte Ausbildung


Dem trage die zum 1. August modernisierte Ausbildung Rechnung. Darin können Lehrlinge neuerdings zwischen den Schwerpunkten „Pferdehaltung und Service“ und „Pferdezucht“ wählen. Ein weiterer heißt jetzt „Klassische Reitausbildung“.


Daneben können Lehrlinge sich auf Pferderennen oder Spezialreitweisen wie Western- oder Gangreiten spezialisieren. Die Vergütung liegt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit zwischen 447 und 632 Euro im Monat.


Dass die klassische Reitlehre Eingang in den neuen Ausbildungsberuf gefunden hat, freut Gerd Heuschmann. Der Tierarzt aus Dülmen im Kreis Coesfeld setzt sich dafür ein, dass im Reitsport wieder mehr Ästhetik und Kunst statt Handwerk und Mechanisierung im Vordergrund stehen.

Wie man ein Pferd führt, füttert und fördert, könne jeder Azubi lernen. „Das ist Handwerk. Aber um ein guter Reitlehrer zu werden, braucht es mehr: gute Pädagogik und Gefühl.“


Viele junge Frauen


Auch wenn der Beruf formal für alle Anwärter offen ist, sind es in der Regel erfahrene Reiter, die sich dafür entscheiden. Genauer sind es meist Reiterinnen, die sich für die Traumbranche vieler kleiner Mädchen entscheiden: Von den gut 700 Azubis, die sich nach drei Lehrjahren zur Prüfung melden, sind gerade mal 150 männlich.


Bewerber müssen sich einsatzbereit und zuverlässig zeigen: „Die Tiere machen nicht um 16 Uhr Feierabend, sie wollen auch am Wochenende und Feiertags versorgt werden“, erklärt Scharmann. Der Pferdewirtschaftsmeister spricht von einer Berufung: „Das ist kein Hobby, sondern Knochenarbeit.“


Gerd Heuschmann hat keine allzu guten Erinnerungen an seine Ausbildung: „Wir mussten richtig ran. Der Meister hatte nicht viel Zeit für uns.“ Er rät Bewerbern, den Wunschbetrieb genau anzugucken und auf erfahrene Ausbilder Wert zu legen.


Denise Scholten hat ihren weiteren Weg schon vor Augen: „Mein Ziel ist es, junge Pferde auf das Vielseitigkeitsreiten vorzubereiten, erst in einer Anstellung, dann in Selbstständigkeit.“ Das mache Spaß, sei abwechslungsreich und biete auch international Chancen.


Von dpa

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Kategorien: Beruf, Zukunft

Mit Kraft und Köpfchen: Fliesenleger haben einen Knochenjob

06. August, 2010 von redaktion

Fliesenleger müssen kräftig anpacken können. Foto: dpa

Fliesenleger müssen kräftig anpacken können. Foto: dpa

Sportlich muss er sein. Robust und flexibel. Vor allem aber „Gas geben können“, sagt Thomas Grünendahl von der Handwerkskammer Düsseldorf. Gemeint ist nicht etwa ein neues Automodell, sondern der ideale Fliesenleger.


Er sollte handwerkliches Geschick mitbringen - aber auch Köpfchen haben: Räumliches Vorstellungsvermögen und Präzision sind wichtig in dem Beruf.


„Das ist einer der schwersten Bauberufe“, meint Grünendahl, der selbst Fliesenlegermeister ist. Bevor Wände, Böden und Fassaden verkleidet werden, müssen die Plattenbeläge an Ort und Stelle gebracht werden. Werden zum Beispiel die Bäder eines Bürogebäudes gefliest, können dabei gut drei Tonnen zusammenkommen.


Mitunter wird am ersten Tag auf einer Baustelle nur Material getragen. Die tägliche Arbeit geht auf die Gelenke, vor allem Rücken und Knie werden belastet.


Vorstellungs-Vermögen


Nach dem Schleppen kommt das Planen. „Schon wenn der Fliesenleger den Raum betritt, muss er ihn sich fertig vorstellen können“, erklärt Grünendahl. Dazu gehören eine Portion Fantasie und ein Faible für Farben und Formen und deren Gestaltung.


Auch technisches und mathematisches Verständnis für Flächen-, Winkel- und Verschnittberechnungen sind wichtig, sagt Klaus Niedermeier, Ausbildungsberater der Handwerkskammer München.


Daneben spielt die Kundenberatung bei der Wahl der geeigneten Platten eine zentrale Rolle. Hierfür müsse der Fliesenleger eine gute Materialkenntnis besitzen und sich in der Produktvielfalt auskennen, erklärt Markus Ramrath von der Fachgruppe Fliesen des Baugewerbeverbandes Nordrhein in Düsseldorf.


40 Stunden pro Woche


Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn arbeiten Fliesenleger im Schnitt 40 Stunden pro Woche. Sie werden in Neubauten eingesetzt, aber auch beim Sanieren und Modernisieren von Wohnungen, Gewerbeimmobilien und Industriebauten.


Der gesamttarifliche Stundenlohn für einen Gesellen beträgt 16,74 Euro. Meist wird aber nach der Anzahl verlegter Fliesen bezahlt. „Der Lohn wird tatsächlich noch erwirtschaftet“, erklärt Grünendahl.


Ein Geselle im Meisterbetrieb kommt Ramrath zufolge auf durchschnittlich 1500 Euro netto im Monat. Wer sein Handwerk perfekt beherrscht und im Akkord arbeitet, kann aber sehr viel mehr verdienen.


Zahlt der Betrieb dem Gesellen etwa 15 Euro für den verlegten Quadratmeter und schafft dieser an 21 Arbeitstagen je 20 Quadratmeter, verdient er 6300 Euro pro Monat, rechnet der Fliesenlegermeister vor. „Wer gut ist, verdient auch gut“, lautet seine Devise für das Berufsleben.


Dreijährige Ausbildung


Ein Hauptschulabschluss mit einer Drei in Deutsch und Mathe gilt als Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung. Seit dem 1. April 2010 beträgt das Lehrlingsgehalt im ersten Jahr 614, im zweiten 943 und im dritten 1191 Euro pro Monat.


Fliesenleger kann sich auch ohne Ausbildung mittlerweile jeder nennen. Seit dem Jahr 2004 muss der Inhaber eines Fachbetriebes für das Fliesengewerbe keinen Meisterbrief mehr besitzen. Für die Branche ist das kein Segen, denn seitdem wird der Berufszweig von unqualifizierten Arbeitskräften überschwemmt.


Wer beruflich vorankommen will, kann nach dem Gesellenbrief einen Meisterlehrgang im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk absolvieren. Alternativ ist eine Fortbildung als Techniker oder Polier möglich.


Von dpa

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Kategorien: Und sonst noch


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  • Sommer am Phoenix-See - so kam das Wasser in die ehemalige Industriebrache. ticker4u.de/blog/2011/06/am-phoenix-see-ein-ort-zum-leben/
  • Zu Besuch bei DEW21. Infos über die Ausbildung in einem modernen Energie-Unternehmen. ticker4u.de/blog/2011/05/dew21-stellt-berufe-vor/