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Sportgeschichte: Jugend-Olympia

04. Juni, 2010 von redaktion

Auf einer Promotions-Veranstaltung für die olympischen Jugendspiele in Singapur. Foto: dpa

Auf einer Promotions-Veranstaltung für die olympischen Jugendspiele in Singapur. Foto: dpa

Schnupperkurs für Olympia mit Wertevermittlung oder Hochleistungsschau von Nachwuchssportlern - die 1. Olympischen Jugendspiele vom 14. bis 26. August in Singapur sind eines der spannendsten Großprojekte der Sportgeschichte.


„Wir unterstützen diese Jugendspiele mit aller Kraft“, erklärte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Ende Juni wird der DOSB nach Abschluss der Qualifikationswettbewerbe 70 Athleten zwischen 14 und 18 Jahren auswählen, die in Singapur bei der Premiere antreten.


Auswahl wird nicht leicht


„Wir freuen uns, dass sich schon so viele qualifiziert haben. Da wird die Auswahl nicht leicht“, sagte Bach. Insgesamt werden bei Mini-Olympia rund 3600 Sportler aus 205 Nationen in 26 Sportarten teilnehmen. Jedes Nationale Olympische Komitee (NOK) hat mindestens vier Starter.


Im Vordergrund soll aber nicht allein der Wettstreit stehen, sondern die olympische Erziehung und die Vermittlung von Ethik, Moral und Fair Play. Deshalb wird es für die Athleten, die von Anfang bis Ende der Jugendspiele anwesend sein müssen, ein umfangreiches Bildungs- und Kulturprogramm geben.


Auch kulturelles und soziales Angebot


„Für alle ist es spannend, ob die Veranstaltung ein Erfolg wird“, sagte Ulf Tippelt. Der Leistungssportdirektor des DOSB erwartet, dass das kulturelle und soziale Angebot mit dem sportlichen Leistungsvergleich konkurrenzfähig ist und angenommen wird. „Ich denke, das wird sich die Waage halten.“


Ob binnen dieser kurzen Zeit Erziehungserfolge bei den heranwachsenen Sportler-Generationen erreicht und ein Bewusstsein gegen Manipulation und (Doping-)Betrug geschaffen werden kann? „In zwei Wochen kann man einiges bewegen und zum Nachdenken anregen“, glaubt Bach.


Ausschließen kann man jedoch nicht, dass ein insgeheim aufgestellter Medaillenspiegel für viele wichtiger sein könnte als das pädagogische Drumherum.

„Das ist nicht die Zielsetzung. Außerdem wäre ein solches Bild nicht sehr aussagekräftig, weil es in einigen Sportarten gleichgeschlechtliche und multinationale Mannschaften gibt“, sagte Bach, der auch IOC-Vizepräsident ist.


„Wir werden uns aber auch freuen, wenn die Athleten Topleistungen abliefern“, meinte Tippelt. „Für die jungen Sportler kann es eine Durchgangsstation zu den richtigen Olympischen Spielen sein.“


Siegerehrungen mit Hymnen und Fahnen


Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Initiator der Jugendspiele, musste von seiner Idee, die Jugendspiele von allen nationalistischen Symbolen zu befreien, abrücken. Wie bei den richtigen Olympischen Spielen wird es bei Siegerehrungen auch Hymnen und Fahnen geben - die Weltsportverbände wollten es angeblich so.


Für Rogge ist dies nur ein verlorenes Gefecht: „Ich habe aber die große Schlacht gewonnen und die Spiele eingeführt.“ Auch auf eine andere Tradition wird nicht verzichtet: Ein olympisches Feuer wird von Griechenland nach Singapur auf die Reise geschickt. Am 24. Juli soll es vor dem Brandenburger Tor in Berlin beim „Youth Olympic Day“ feierlich präsentiert werden.


Rogges idealistisches Prestigeprojekt, das sein Vermächtnis werden soll, wird auch mit Skepsis begleitet. „Das ist eine gute Idee, aber eine schwierige Sache, weil wir selber Junioren-Weltmeisterschaften haben“, sagte Lamine Diack, Präsident des Leichtathletik- Weltverbandes IAAF. „Es ist ein Experiment, dem wir dennoch zum Erfolg verhelfen wollen.“


Von dpa

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Kategorien: Freizeit, Sport


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