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“Ich habe gelernt, mit Beleidigungen umzugehen!”

22. April, 2010 von redaktion

Eine Welt: Ein junger Mann berichtet über seine Erfahrungen in Deutschland. Foto: dpa

Eine Welt: Ein junger Mann berichtet über seine Erfahrungen in Deutschland. Foto: dpa

Rassistische Angriffe geschehen täglich in Deutschland. Manche sind besonders brutal und gewalttätig. Andere sind verbal. Und auch ständig da. Immer mehr Ausländer werden zum Opfer von rassistischen Randgruppen. Der 18- jährige Abiturient und Angolaner, Patrick Garcia, verriet uns einige seiner Erfahrungen im Interview.


Fühlst Du Dich in deiner Gesellschaft anerkannt?

Garcia: Ich werde nicht von allen Deutschen anerkannt, denn rassistische Beleidigungen gibt es hin und wieder mal. Meistens versuche ich, darüber hinweg zu schauen, aber es ist schon ziemlich schwer.


Bist du schon einmal Opfer von Rassismus geworden? Wenn ja, auf welche Art?

Garcia: Ja, allerdings. Ich bin schon öfter zum Opfer von Rassismus geworden. Neger, Affe, Schokolade, Sohn eines schwarzen Schimpansen - das sind alles Beleidigungen, die ich mir schon öfter anhören musste.


Wie verhälst du dich bei so einem verbalen Angriff?

Garcia: Als ich noch jünger war, habe ich viel heftiger auf diese Ausdrücke reagiert. Ich hab' mich mit allen Mitteln dagegen gewehrt: Schlägereien, Drohungen und Gegenbeleidigungen. Zwar gibt es heute noch genauso viele Angriffe, aber ich habe mit der Zeit gelernt, damit umzugehen. Natürlich kann ich das nicht einfach so wegstecken, aber ich versuche mich zu kontrollieren, doch das ist nicht immer einfach.


Wird dein Alltagsleben dadurch beeinflusst?

Garcia: Ja, ein bisschen. In meinem Kopf dreht sich alles darum, dass ich mir nicht alles erlauben kann, weil ich schwarz bin und weil sehr viele Menschen direkt Vorurteile haben.


Versuchst du dich auch deswegen anzupassen?

Garcia: Nicht direkt. Ich habe meine eigenen Ideale und versuche nicht konkrekt, mich anzupassen. Ich passe mich an die Gesellschaft an. Nicht wegen des Rassismus, sondern weil ich hier aufgewachsen bin und automatisch dieselbe Mentalität besitze. Ich bin selbst ein Teil der Gesellschaft, und ich brauche mich nicht an anderen zu orientieren. Ich tue das, was ich für richtig halte, doch ich weiß auch, was sich gehört und was nicht.


Wie sieht denn das Verhältnis zu deinen deutschen Mitschülern aus?

Garcia: Es gibt immer Leute, mit denen man klarkommt und welche, auf die man nicht so gut zu sprechen ist. Klar, fällt hier und da mal ein Spruch, aber das ist meistens nicht auf rassistischer Basis. Auf meiner Schule bin ich anerkannt und habe einen guten Status. Natürlich gibt es auch bei mir auf der Schule ein paar Menschen mit rassistischer Einstellung. Doch darüber muss man halt hinweg sehen und darauf achten, dass man sich selbst treu bleibt.


Von Mandy Berwanger, Dawn Schnee, Paul-Spiegel-Berufskolleg, Dorsten

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Kategorien: Demokratie, Rassismus


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