“Berlin Calling”: Zwischen Genie und Wahnsinn
07. April, 2010 von redaktion

Regisseur Hanns Stöhr und die Schauspieler Corinna Harfouch, Rita Lengyel und Paul Kalkbrenner. Foto: dpa
Hannes Stöhrs Produktion „Berlin Calling“, in der Hauptrolle besetzt durch Star-DJ Paul Kalkbrenner, ist der Geheimtipp.
In dem Film geht es um den in Berlin lebenden DJ Ickarus (Paul Kalkbrenner), der kurz vor dem internationalen Durchbruch steht, begleitet von Drogen, Orgien und elektronischer Musik.
Gefährliche Ecstasy Tablette
Als er dabei ist, sein Album fertig zu stellen, gerät er an die gefährliche PMA-haltige Ecstasy-Tablette, die ihm seinen bevorstehenden Durchbruch erschwert. Als er völlig verwirrt und unter Drogen stehend in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert wird, steht sein internationaler Durchbruch auf der Kippe.
Jegliche Warnungen der Chef-Ärztin Prof. Dr. Petra Paul (Corinna Harfouch) und seiner Lebensgefährtin Mathilde (Rita Lengyel) ignoriert er und versucht, trotz des freiwilligen Programmes der psychiatrischen Anstalt, sein Album fertig zu stellen.
Produktion auf Eis gelegt
Als Ickarus durch seine Produzentin Alice (Megan Gay) erfährt, dass seine Albumproduktion erstmal auf Eis gelegt ist, verliert er völlig die Fassung, wird seiner Freundin gegenüber handgreiflich und demoliert das komplette Büro von Alice.
Aus seiner Frustration heraus beschließt Ickarus, die Anstalt als seine Partylocation zu benutzen und durchlebt eine völlig exzessive Nacht, die für ihn auf der Intensivstation endet.
Später kommt er zur Besinnung, beendet wie geplant das psychiatrische Programm und schafft dann dank der Unterstützung seiner Freundin und der Produzentin die Vollendung seines Albums „Berlin Calling“.
Album heißt nach dem Film
Der Darsteller und Dj Paul Kalkbrenner hat sein derzeitiges Album nach dem Film benannt, in dem er auch die dort zu hörenden Titel mit aufgenommen hat.
Passend zum Film ist auch der Soundtrack und gleichzeitige Sampler von Paul Kalkbrenner „Berlin Calling“ sehr gelungen.
Film kratzt an der Realität
Durch die sehr überzeugende schauspielerische Darstellung von Paul Kalkbrenner, speziell in den exzessiven Szenen, kratzt dieser Film schwer an der Realität. Berlin Calling ist ein Film, dem es gelingt, die sehr speziell wirkende Szene der elektronischen Musik dem Zuschauer näher zu bringen.
Fazit: Pädagogisch sehr wertvoll und leider noch viel zu unbemerkt.
Noch mal ein großes Lob an den DJ Paul Kalkbrenner, der den perfekten Soundtrack für diesen Film produziert hat, der dem Film eine spezielle Note verleit und gewissen Szenen mehr Flair gibt und diese dem Zuschauer noch besser zur Geltung bringt.
Hannes Stöhr hat mit diesem Meisterwerk die Electro-Szene nahe zu perfekt dargestellt und somit positiv auf sie und ihre Musik aufmerksam gemacht!
Regie: Hannes Stöhr
Drehbuch: Hannes Stöhr
Produktion: Karsten Aurich
Musik: Paul Kalkbrenner
Erscheinungsjahr: 2008
Länge: 100 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Von Adrijan Baric, Marco Herbst, Konrad-Klepping-Berufskolleg, Dortmund
Tags: Berlin Calling, Dortmund, Konrad-Klepping-Berufskolleg, RezensionKategorien: Film, Kultur




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