Es ging um Whiskey und Ehre
03. Oktober, 2009 von Jugendredaktion

Die Ideen kommen Pauline Füg überall, sogar in der Disko. „Dann renne ich schnell aufs Klo und spreche meine Einfälle auf mein Handy“. Die 26-jährige ist Poetry-Slam-Königin, studiert Psychologie und hat mit ihren Gedichten bereits einige Literaturpreise gewonnen. Temporeich ist ihre Sprache und sehr rhythmisch. „Meine Gedichte sind für Poetry Slams geschrieben, sie werden gehört, nicht gelesen. Der Sprachrhythmus hilft den Zuhörern, dem Inhalt zu folgen.“
In einer kleinen Kneipe in Ansbach trug Pauline 2003 erstmals eigene Gedichte vor. „Das war noch kein richtiger Wettbewerb, es ging nur um Whiskey und die Ehre“, sagt sie. Seither hat Pauline Füg deutschlandweit an Poetry Slams teilgenommen, darunter so bedeutende wie der WDR-Poetry-Slam. Ist das Dichten nicht eine etwas verstaubte Kunstform? Im Gegenteil, findet Pauline: „Gedichte sind kürzer und leichter konsumierbar als Prosa. Besonders Poetry Slams können wirklich mitreißend sein, denn da werden die Gedichte wie im Fernsehen serviert, nur live“.
Pauline faszinieren dabei vor allem zwischenmenschliche Beziehungen und der Klang von Stimmen– daher auch ihre Begeisterung für Hörbücher und Hörspiele, allen Voran die „Drei Fragezeichen“. „Als Kind dachte ich immer, mein erster Freund soll wie Justus Jonas werden, der kann mir so viel erklären.“, sagt Pauline über ihre große Liebe. Ihm hat sie „Justus Jonas Liebesgedicht“ gewidmet, ein Publikumshit und „sehr autobiographisch“. – von Maria Schors
Kategorien: Freizeit, Hobby, Kultur, Literatur




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